Tech- und Internet-Aktien: Krise 2.0

Außer Spesen nichts gewesen: Das Börsenjahr 2010 war für Anleger bisher zum Vergessen. Das mussten auch Besitzer von US-Technologie- und Internetaktien erfahren, obwohl Global Player wie Google oder Microsoft den Großteil ihrer Gewinne in den USA erwirtschaften und operativ wenig von der europäischen Schuldenkrise spüren. Für Lichtblicke sorgte in den ersten sechs Monaten lediglich Apple – doch trotz einer spektakulären Produktoffensive schmolzen die Kursgewinne zuletzt zusammen.

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Außer Spesen nichts gewesen: Das Börsenjahr 2010 war für Anleger bisher zum Vergessen. Das mussten auch Besitzer von US-Technologie- und Internetaktien erfahren, obwohl Global Player wie Google oder Microsoft den Großteil ihrer Gewinne in den USA erwirtschaften und operativ wenig von der europäischen Schuldenkrise spüren. Für Lichtblicke sorgte in den ersten sechs Monaten lediglich Apple – doch selbst trotz einer spektakulären Produktoffensive schmolzen die Kursgewinne zuletzt zusammen. 

Die Krise ist zurück – zumindest in den Köpfen der Investoren. Knapp zwei Jahre nach dem Zusammenbruch der seinerzeit viertgrößten Investmentbank der USA, Lehman Brothers, hält ein neues Gespenst Aktionäre in Atem. Diesmal kommt es aus Europa und im Gewand der Staatsverschuldung daher – zunächst belastete Griechenland, dann Spanien den Markt.

Tatsächlich dürften die beliebten südeuropäischen Urlaubsländer in den vergangenen Monaten durchaus für Diskussionsstoff in den Vorstandsetagen in Redmond  oder Mountain View gesorgt haben – denn die europäische Krise hat den großen Playern der US-Technologie-, Internet- und selbst Medienbranche im ersten Börsenhalbjahr mitunter schwer zugesetzt.

Tech-Aktien: Zweistellig im Minus

Der Leitindex Dow Jones büßte um 6, der Technologie-Index Nasdaq um 7 Prozent ein. Die dominierenden Player der amerikanischen IT-Industrie wurden indes noch weitaus härter abgestraft. Seit dem 1. Januar verloren die Aktien wie folgt:

• RIM: – 28 Prozent
• Microsoft: – 23 Prozent
• Hewlett-Packard:  – 16 Prozent
• Dell: – 15 Prozent
• Cisco: – 13 Prozent

Internet-Werte: Google verliert am stärksten

Lediglich Intel und IBM konnten sich mit Verlusten von – 5 und – 6 Prozent halbwegs synchron zum Index schlagen. Die Aktien der Internet-Pioniere kamen dagegen fast unisono unter den Hammer, lagen dabei aber noch besser als der bei weitem wertvollste Dot.com-Konzern der Welt:

• eBay  – 16 Prozent
• Yahoo: – 17 Prozent
• Amazon: – 18 Prozent
• Google: – 29 Prozent

Lediglich ein Schwergewicht aus der Technologiebranche konnte sich gegen den Abwärtstrend stemmen und im ersten Krisenhalbjahr 2010 zulegen – Apple. Getrieben durch das furiose Debüt des iPads und der Markteinführung des iPhone 4 legte die Apple-Aktie in den ersten sechs Monaten um immerhin 17 Prozent zu. Allerdings drückten Anleger den Kurs des wertvollsten Technologiekonzerns der Welt zum Monatsende noch einmal erheblich – Mitte Juni hatte die Apple-Aktie noch um 32 Prozent vorne gelegen.

US-Medienaktien: Relativ robust durch die Krise

Ebenfalls im Minus, dabei jedoch weitaus robuster tendierten die großen Player der amerikanischen Medienwirtschaft – lediglich Rupert Murdoch musste ein knapp zweistelliges Minus beklagen:

• News Corp.: – 11 Prozent
• CBS: – 8 Prozent
• Time Warner: – 3 Prozent
• Disney: – 2 Prozent

Viacom-Chairman Sumner Redstone konnte sich in den ersten sechs Monaten 2010 gar über ein Plus von 4 Prozent freuen! Dass wieder mehr Aktionäre im zweiten Börsenhalbjahr positive Vorzeichen zu sehen bekommen, glaubt etwa James Cramer: „Die US-Wirtschaft sieht nicht so schlecht aus wie der Markt sie derzeit sieht“, erklärte der renommierte  Marktkommentator (CNBC) Ende vergangener Woche.

Der Vermögensverwalter Doug Kass pflichtet bei: „Ich glaube, wir erleben heute eine klassische Bodenbildung“, twitterte Hedgefundsmanger am vergangenen Donnerstag. Das Kaufsignal kam jedoch etwas verfrüht: Am Freitag ging es weiter nach unten.

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