Hippe Botschaft des bloggenden Bischofs

Frischer Wind für die angestaubte Kirche: Das Bistum Osnabrück will sein Image aufpolieren. Nach dem Relaunch der Webseite läuft seit dieser Woche eine Online-Kampagne der besonderen Art: Ein flash-animiertes Content-Ad zeigt drei Werbe-Schriftzüge: 1. in Facebook-Typo den Claim "Das erste soziale Netzwerk", 2. im Ebay-Stil den Slogan "Die ersten 10 Gebote" und 3. in Twitter-Optik den Satz "Die ersten 100 Follower ". Zudem hat Bischof Bode das Bloggen für sich entdeckt und postet im Bistumsblog als "Bibo".

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Das Content-Ad ist auf News-Portalen im Einzugsgebiet des Bistums zu sehen, also unter anderem bei der Neuen Osnabrücker Zeitung und dem Stadtblatt-Osnabrück. Klickt man auf die Anzeige, landet man auf der Domain www.das-erste-soziale-netzwerk.de und wird in einer Videobotschaft von Bischof Bode angesprochen: "Es mag Sie überraschen, dass ich Sie als Bischof von Osnabrück hier begrüße." In seiner Rede erklärt er die Idee hinter der Kampagne, denn nach seiner Vorstellung ist die Kirche "das erste soziale Netzwerk der Welt", mit einer "riesen Anzahl" an "Followern", bei denen die "die ersten 10 Gebote" Anklang finden. Bischof Bode, der sich nicht nur in der Bloggosphere "Bibo" nennt, läd zudem zu den regelmäßigen Sonntagsveranstaltungen ein, bei denen die "Statusmeldungen" der Kirche á la Facebook & Co. aktualisiert werden.

Die hippe Video-Botschaft von Bischof Bode
Für die Realisierung der Kampagne sowie die Durchführung des Relaunchs ist die Agentur A&B FACE2NET aus Berlin verantwortlich. Durch die Web-Werbung will das Bistum Osnabrück neue Zielgruppen erreichen. "Wir wollen verstärkt Menschen ansprechen, die sich der katholischen Kirche nicht so zugehörig fühlen, aber sich trotzdem für unsere Themen und Botschaften interessieren – zum Beispiel zu Sinn- und Wertefragen oder sozialem Engagement", sagt Kai Mennigmann, Sprecher des Bistums Osnabrück. Zunächst soll die Anzeige eine Woche laufen. "Wir wollen erstmal Erfahrungen sammeln, wie der Relaunch der Bistums-Website und die neue Kampagne wahrgenommen werden", so Mennigmann.
Im Zuge des Relaunchs des Online-Auftritts des Bistums, der nun nach Zielgruppen geordnet wurde, hat sich auch Bischof Bode mit den neuen Medien beschäftigt. Seit einer Woche postet er auf den Bistumsseiten  und ist damit der erste bloggende Bischof Deutschlands. "Bischof Bode ist sehr offen für neue Wege und sehr gespannt, wie die Kirche die neuen Medien für sich nutzen kann", so Mennigmann. In dem ersten Eintrag von "Bibo" steht denn auch: "Ich bin gespannt, was das Abenteuer in der Blogosphäre mit mir macht – und was diese neue Kontaktnahme mit Menschen macht, die meine Überlegungen lesen." Es sei spannend, auf Kommentare zu warten und "dadurch mitzubekommen, wozu andere die eigenen Gedanken bewegt haben". Den ersten kritischen Kommentar auf sein erstes Posting musste "Bibo" dann auch ein paar Tage später einstecken. Kommentator Alfred schrieb: "Mensch Bischof, rede doch mal normal. Meine Güte, das trieft ja von bedeutungsvollem Tiefsinn und Betroffenheitsgefühlen. Und ist langweilig."

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