Zeitungsmarkt: DuMont ist in „Kölle“ König

Nach Berlin, Hamburg und München geht es in der Reihe von Analysen zu den größten deutschen Zeitungsmärkten diesmal um Köln. Lässt man die Kölner Bild-Ausgabe beiseite, ist die Rheinmetropole in der Branche auch die größte deutsche Stadt mit einem Quasi-Monopol. DuMont Schauberg dominiert den Markt mit Kölner Stadtanzeiger/Kölnische Rundschau und dem Express nach Belieben. Kein Wunder also, dass die Blätter der Unternehmens meilenweit vor dem restlichen Angebot liegen.

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Die Spitze der Kölner Verkaufs-Charts ist dadurch klar geregelt. Auf Platz 1 liegen die Abozeitungen der Zeitungsgruppe Köln, Kölner Stadtanzeiger und Kölnische Rundschau, die vom Verlag nur gemeinsam bei der IVW ausgewiesen werden. 111.208 Exemplare verkaufen sie montags bis freitags, also in etwa an jeden neunten Kölner eine Zeitung. Mit deutlichem Abstand folgt der Express, der im Durchschnitt 68.159 Abnehmer in Köln findet. Damit schlägt er den großen Boulevard-Konkurrenten Bild deutlich: Springers Blatt kommt nämlich nur auf 22.024 Käufer.

Das Feld der überregionalen Zeitungen führt die F.A.Z. an. Mit 11.231 Verkäufen liegt sie klar vor der Süddeutschen (8.104) und dem Duo Die Welt / Welt kompakt (7.781). Das Handelsblatt liegt mit 4.518 Verkäufen wiederum deutlich vor der Financial Times Deutschland (3.178) – wesentlich deutlicher als in Berlin und Hamburg. In München liegt die FTD ja sogar vor dem Konkurrenten Handelsblatt. Die taz erobert sich mit 1.825 Kölner Käufern Rang 9 vor der Frankfurter Rundschau und dem Tagesspiegel.

Ab Platz 11 folgen dann ein paar NRW-Regionalblätter, die auch in Köln gelesen werden: die Rheinische Post, der Bonner General-Anzeiger und die WAZ/NRZ. Unser Ranking besteht diesmal übrigens nicht aus 20 Titeln, sondern nur aus 19. Grund: Die IVW-VA listet nur überhalb der Grenze von 50 Verkäufen lückenlos alle Zeitungen auf, dieses Ziel erreicht als 19. Blatt das Neue Deutschland mit 58 Kölner Käufern.

Mit etwas mehr als 24 verkauften Zeitungen pro 100 Einwohner liegt Köln in etwa gleichauf mit Hamburg, aber deutlich hinter den Zeitungs-Städten München und Frankfurt. Um Frankfurt kümmern wir uns dann in der nächsten Ausgabe unserer Zeitungsmarkt-Reihe – mit erstaunlichen Ergebnissen.
Hier nochmal die wichtigen Erläuterungen zu unserer Reihe der Zeitungsmarkt-Analysen: Wie schon für unsere Auswertungen für BerlinHamburg und München haben wir auch diesmal die Verbreitungsanalyse Tageszeitungen der IVW herangezogen. Sie erscheint alle zwei Jahre und bietet detaillierte Verkaufszahlen fast aller deutschen Blätter bis auf die einzelnen Gemeinden heruntergerechnet. Die IVW-VA bietet damit hochinteressante Daten für jeden Zeitungsmarkt der Republik. Für diese detaillierte Analyse melden alle teilnehmenden Verlage für eine Messwoche – diesmal war das die vom 9. bis 15. November 2009 – ihre nach Gemeinden aufgeschlüsselten Verkaufszahlen an die IVW. Dort werden die gemeldeten Zahlen dann auf das aktuelle Quartal – in diesem Fall das erste Quartal 2010 – hochgerechnet.

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