„X Factor“: Vox holt sich von RTL Starthilfe

Mit neuen Eigenformaten hält sich Vox in den kommenden Monaten spürbar zurück. Zunächst konzentriert sich alles auf das Wagnis "X Factor", die erste ernsthafte Castingshow des Senders, bei der nach britischem Vorbild Gesangstalente gesucht werden – anders als bei "DSDS" ohne Altersbeschränkung. Die ersten beiden Shows laufen im August jedoch bei RTL. "Das sind ideale Voraussetzungen, um die Sendung beim Publikum einzuführen", sagte Vox-Chef Frank Hoffmann bei der Programmpräsentation in Hamburg.

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Der Senderchef hofft, dass möglichst viele Zuschauer bei RTL einschalten und danach neugierig auf die Fortsetzung bei Vox sind. Start ist am 20. und 21. August, Freitag und Samstag. Vox programmiert "X Factor" ab 24. August regulär am Dienstagabend von 20.15 Uhr bis 22.15 Uhr – was zum einen dem eigenen Erfolg geschuldet ist: Montag, Mittwoch und Freitag sind erfolgreich als Serientage etabliert, zum anderen aber auch der Konkurrenz: ProSieben lässt quasi zeitgleich am Donnerstag eine neue Staffel "Popstars" anlaufen.
Inhaltlich solle sich "X Factor", das etwa in Großbritannien höchst erfolgreich ist, zwischen "Deutschland sucht den Superstar" und Stefan Raabs "Unser Star für Oslo" einordnen, sagte Hoffmann. In den Kategorien Solosänger von 16 bis 24 Jahren, Solosänger ab 25 Jahren und Gesangsgruppen treten die vermeintlichen Talente vor die Jury, für die Vox Sängerin Sarah Connor verpflichtet hat. An ihrer Seite sitzen Trompeter Till Brönner und Produzent George Glueck. Anders als bei "DSDS" stehen auch die Jurymitglieder im gegenseitigen Wettbewerb: Jeder sucht sich Kandidaten, deren Chance auf den Sieg er für besonders hoch hält, und fördert sie gezielt – mit dem Ziel, die Staffel gemeinsam zu gewinnen.
Produziert wird "X Factor" von Grundy Light Entertainment ("DSDS", "Das Supertalent"), die Programmierung soll bis in den November hineinlaufen. Mit Marktanteilprognosen hält man sich bei Vox zurück. Noch ist nicht sicher, dass die Zuschauer eine weitere Castingshow im deutschen Fernsehen akzeptieren werden.
Für den Sender ist es aber auch ein Versuch, neue Themen zu erschließen. Mit Kochsendungen ist Vox groß geworden, wird jetzt aber das Image des Kochsenders nicht mehr los. Die US-Serien sind das Rückgrat des derzeitigen Erfolgs. Um weiter wachsen zu können, muss Vox aber neue Akzente setzen und Zuschauer hinzugewinnen.
Im Genre Dokusoap gibt es in den kommenden Monaten wenige Neustarts – was auch daran liegt, dass alle bisherigen Formate fortgesetzt werden: In "Goodbye Deutschland" darf Daniela Katzenberger weiter ihr Glück auf Mallorca suchen – vorerst allerdings wegen "X Factor" nicht mehr am Dienstag, sondern voraussichtlich sonntags, auf dem jetzigen Wiederholungsplatz. "Ab ins Beet!" kehrt mit neuen Folgen zurück, ebenso wie "Der Hundeprofi", "Der V.I.P.-Hundeprofi" und "Die Küchenchefs". Die Neuankündigungen sind eher Variationen bestehender Formate: In "Auswanderer sucht Frau" verkuppelt Vox Deutsche in ihrer neuen Heimat, bei "Ab in die Ruine" dreht sich alles ums Häuserrenovieren und in "Unser erstes Restaurant" werden Neueröffnungen von Gastronomiebetrieben gezeigt (nicht zu verwechseln mit dem eingestellten "Mein Restaurant").
Besonders stolz ist Vox-Chef Hoffmann zurecht auf seine "Große Samstags-Dokumentation", die fortgesetzt wird, obwohl Alexanders Kluge dctp in diesem Jahr als Vox-Lizenzpartner ausscheidet. "Wir arbeiten mit der dctp weiter als Produzent und sind stolz auf das, was ‚Spiegel TV‘ für uns leistet", sagte der Vox-Chef in Hamburg. Themenabende gibt es unter anderem zu den "Wundern des Sonnensystem", zur "Anatomie des Amok", John F. Kennedy und zur Funktionsweise von Werbung.
Gleich einen ganzen Thementag widmet Vox dem Wasser: "Vox Planet Blue" ist für den Herbst geplant und soll in Dokus und Reportagen zeigen, wie wichtig Wasser zum Überleben ist, wie gefährlich es dem Menschen aber auch werden kann. Als Höhepunkt hat sich Vox den Film des Tierschutzaktivisten Richard O’Barry "Die Bucht" gesichert. Über den ganzen Tag wird außerdem zu Spenden an das Projekt "Wasser ist Leben" aufgerufen.
Die Serien-Neustarts in der Primetime halten sich wiederum in Grenzen: In "Leverage" kämpfen Profi-Gauner ab Winter 2010 in Robin-Hood-Manier für das Gute, das "Law & Order"-Spin-Off "Law & Order: UK" kommt voraussichtlich 2011. In die Verlängerung gehen derweil "The Closer", "CSI: NY", "Burn Notice" und "Criminal Intent" und natürlich "Lie to me". Dazu übernimmt Vox auch "Law & Order: Special Victims Unit". In der Daytime sind – nach dem Flop mit "Frauenzimmer" im Vorjahr – zunächst keine Experimente geplant. Als Serienstarts sind "’Til Death", "Rita rockt", "Packed to the Rafters" und "Heartland" geplant. Zu den Film-Highlights gehören "Die Queen", "Der Teufel trägt Prada" und die komplette "Herr der Ringe"-Trilogie.

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