ARD soll beim Sparen keine „Hütte“ werden

Der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust hat seine düsteren Prognosen über die kommende Finanzknappheit der Öffentlich-Rechtlichen bekräftigt: "Das ist keine Schwarzmalerei", sagte er der taz. Der SWR rechne mit einem Verlust von 15 Prozent seiner Einnahmen: "Das aufzufangen, ohne dass es zu sehr auf das Programm durchschlägt, ist die größte Herausforderung der Zukunft." Zudem verteidigte er den Wechsel von Regierungssprecher Ulrich Wilhelm auf den BR-Intendantenposten: "Hier wird ein Scheinproblem aufgemacht."

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Boudgoust, der Intendant des Südwestrundfunks (SWR), amtiert bis 2011 als ARD-Vorsitzender. Einschränkungen beim Programmangebot hat er bereits mehrfach angekündigt: "Wir wissen, dass wir nicht den Gesamtbestand halten können, den wir heute haben", erklärte er jetzt der taz. "Die Zeichen stehen auf geordneten Umbau – wichtig ist, dass das, was bleibt, keine Hütte ist." Bei der Umstellung der Rundfunkgebühr auf eine Haushaltsabgabe ab 2013, die nach Berechnungen mancher Experten die Einnahmen von ARD und ZDF drastisch steigern könnte, hofft Boudgoust nur auf ein "kostenneutrales" Ergebnis.
Zum Thema der ARD-Kooperationen mit privaten Sendern – Günther Jauch bei RTL und ARD, mehr Grand-Prix mit Stefan Raab bei ARD und ProSieben – sagte Boudgoust: "Das ist kein Schlüssel für die Zukunft. Es gibt aber doch auch keinen Unvereinbarkeitsbeschluss. Wir sind bei solchen Fragen vielleicht ein bisschen souveräner geworden in jüngster Zeit: Wenn’s gut ist für die Zuschauer, machen wir das."
Über den nahtlosen Wechsel des Merkel-Sprechers Ulrich Wilhelm (CSU) auf den Intendanten-Posten beim Bayerischen Rundfunk kommentierte Boudgoust sehr bestimmt: "Es geht doch darum, ob jemand für ein Amt geeignet, souverän genug ist. Und da habe ich noch keine Zweifel an Ulrich Wilhelm gehört." Die Diskussionen über den Einfluss der Politik im öffentlich-rechtlichen Rundfunk dürfe "nicht dazu führen, dass jetzt schon die Herkunft eines Kandidaten aus der Politik mit einem Hautgoût behaftet und erklärungsbedürftig wird".

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