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„Der schönste Fußball auf der ganzen Welt“

Selbst zwei Mal schlafen verändert nichts am ersten Eindruck: "Wir spielen den schönsten Fußball auf der ganzen Welt!" (Bild.de). Die professionellen Beobachter - national wie international - kommen aus dem Staunen über das "Wintermärchen" (SPON) nicht heraus. Für die FAZ ist die DFB-Elf so "erfrischend jung, wie das Lachen von Lena. Unschuldig, offensiv, einfach wunderbar anzuschauen." Einzig die Briten sind sauer auf Philipp Lahm weil er vor der Argentinien-Spiel sagte, dass England kein "großes Team" ist.

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Süddeutsche Zeitung, Von Philipp Selldorf

"Zu Grabe getragen wurde am Samstagnachmittag die viele Jahre gepflegte Weisheit, dass die deutsche Nationalelf nicht imstande ist, einen großen Gegner würdig zu besiegen. Die Beerdigung hat mit Pauken und Trompeten vor den Augen der halben Weltbevölkerung stattgefunden. Von Beileidsbekundungen ist jedoch Abstand zu nehmen."

Kölner Stadtanzeiger, Boris Herma

"Tatsächlich sah das deutsche Viertelfinale gegen Argentinien nicht mehr aus wie ein Fußballspiel zwischen zwei sogenannten Fußballnationen. Eher wie ein netter Nachmittag vor der Playstation, wenn der Zockerweltmeister gegen den Computer spielt und auf Anfängermodus stellt."

Welt Online, Stefan Frommann, Volker Zeitler, Sven Flohr, Lutz Teske

"Unsere jungen Fußballer dribbeln sich in Südafrika durch alle gegnerischen Reihen und direkt hinein in unsere Herzen. In Berlin wird die Fanmeile wieder zur Love-Parade. Bum. Bum. Bum. Weil der deutsche Fußball so erfrischend jung ist wie das Lachen von Lena. Unschuldig, offensiv, einfach wunderbar anzuschauen."
The Sun vergleicht die Niederlagen der Argentinier und England gegen Deutschland. Befriedigt stellt das Boulevard-Blatt fest: "Immerhin hat England zweimal getroffen".

Die meisten britischen Bouleverad-Blätter regen sich jedoch noch immer über Philip Lahms Aussage auf, dass England – im Vergleich zu Argentinien – kein großes Team sei. Für den Mirror ist dies  "Deutschlands finale Beleidiung gegen England".
SonntagsBlick (Schweiz)

"Die Messi ist gelesen! Dabei sollte es seine WM werden. Er wollte die Albiceleste zum Titel führen, wie es sein großes Vorbild Diego Maradona 1986 in Mexiko getan hat. Jetzt fliegt Lio-null Messi nach dem Viertelfinale nach Hause. Ohne den Pott, sogar ohne einen einzigen Treffer."

FAZ, Michael Horeni

"Man übertreibt nicht, wenn man feststellt, dass Angela Merkel in ihrer zweiten Kanzlerschaft noch keinen fröhlicheren, ja glückstrahlenderen öffentlichen Auftritt hatte als an diesem deutschen Fußballfeiertag in Kapstadt. Auf der Tribüne hielt sie nach den Toren von Müller (3. Minute), von Klose (68. und 89.) von Friedrich (74.) fast schon verzweifelt nach jemandem Ausschau, den sie hätte umarmen oder ein Küsschen auf die Wange drücken können. (…) Es hat sich Fußball-Historisches zugetragen."

O Globo (Brasilien)

"Deutschland demütigt Argentinien. Unter dem Kommando von Schweinsteiger gewinnt die deutsche Auswahl und schickt die Hermanos nach Hause. Deutschland hat das Maradona-Team verdroschen."

Frankfurter Rundschau, Jan Christian Müller

Kaum jemand kannte diese verwegenen Spieler und ihren Trainer, ein unschätzbarer Vorteil, zumal sie ihrerseits die Gegner bis ins kleinste Detail erforscht hatten. Sie kommen alle miteinander aus der Bundesliga, die außerhalb der Landesgrenzen wenige interessiert. Die Verwirrung ist deshalb groß. Man wusste vom Sommermärchen 2006, dass Deutschland schön feiern kann, und war überrascht. Aber niemand hatte Deutschland deshalb zugetraut, auch schönen Fußball zu spielen; außer Deutschland selbst. Es ist schon jetzt ein südafrikanisches Wintermärchen. Auch wenn noch zwei Kapitel fehlen.

Spiegel Online, Christian Gödecke

"Aber es ist nach dem berauschenden 4:0 auch immer noch so, dass der nächste Gegner mehr zu verlieren hat als Deutschland – und ein Erfolg der Löw-Truppe eine Überraschung wäre. Es müsste mal wieder alles passen, obwohl es eigentlich nicht besser geht als gegen Argentinien. Oder?"

New York Times
"Es gibt keinen Zweifel daran, dass die deutsche Mannschaft wieder eine Macht auf der globalen Bühne ist, gestärkt durch Jugendlichkeit und gesegnet mit erfrischend talentierten Söhnen ehemaliger Gastarbeiter. Wenn man die Eleganz von Mesut Özil sieht und die Sicherheit, mit der Sami Khedira den verletzten Kapitän Michael Ballack vertritt, sind alte Vorurteile von der deutschen Fußball-Maschine vergessen."
Lance! (Brasilien)

"Deutschland spielt nicht wie früher. Es ist schnell, zielstrebig und geschmeidig. Deutschland steht im Halbfinale als größter Favorit auf den Titel."

Bild.de
"Unglaublich, unfassbar, das ist kaum in Worte zu fassen! Der Fußball-Gott küsst Deutschland – wir schlagen Argentinien 4:0, wir stehen im Halbfinale der Weltmeisterschaft. Und wir spielen den schönsten Fußball auf der ganzen Welt!"

Tagesspiegel Marcel Reif

"Ich hatte gemutmaßt, dass sie zu jung sind, zu unerfahren, und dass diese WM noch zu früh sei. Stimmt alles nicht. Ich war skeptisch über Joachim Löws Urvertrauen in diese Mannschaft, in Lukas Podolski, in Miroslav Klose. Podolski zeigt, warum er mal als einer der talentiertesten deutschen Spieler galt. Klose vergibt eine Chance, die größer nicht sein kann, und sagt dann „Jungs, beruhigt euch, ich mach noch zwei Buden“, zumindest spielt er so, als hätte er es gesagt. Und macht zwei Buden. Diese Mannschaft ist großartig, sie ist grandios, und so, wie sie die Argentinier zerlegt hat, war es eine große, große Nummer. (…) Und wenn sich das jetzt alles wie eine Liebeserklärung liest, dann liest es sich richtig. Ich bin sprachlos."

Märkische Allgemeine

"Nach dem Genuss argentinischer Steaks ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der WM auf den Geschmack gekommen und freut sich auf spanische Paella. Mit dem Torwirbel gegen Argentinien im Rücken fürchten Deutschlands umjubelte Fußball-Helden auch Europameister Spanien nicht. Vielmehr will das junge Team von Joachim Löw das südafrikanische Wintermärchen nun mit dem Titelgewinn krönen."

Nürnberger Nachrichten

"Perfekt, wunderbar, unglaublich: Die Fußball-Welt ist aus dem Häuschen, Deutschland befindet sich im Ausnahmezustand – und die junge Fußball-Elf ist jetzt sogar ein WM-Favorit."

Olé
"20 Jahre, ohne unter die besten Vier zu kommen. Und nun eine der schlimmsten Niederlagen der Geschichte. Die Weltmeisterschaft von Maradona und Messi endete mit einer Tracht Prügel. Und wie die uns allen wehtut. Es wird Jahre dauern, das zu vergessen. Aus dem Titeltraum wurde binnen einer Stunde ein Alptraum."

BZ
"Andere Länder gingen in Südafrika mit Weltstars wie Rooney oder Ronaldo an den Start, scheiterten kläglich. Jogi braucht für den Traum vom Titel keinen Megastar. Er schickt eine ganze Goldene Generation ins Rennen. Die könnte jetzt auf Jahre unschlagbar werden."

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