Nike verliert Duell der WM-Ausstatter

Vor der WM schienen die Ausrüster-Rollen klar Verteilt: Puma setzt auf Afrikaner und vermeintlich coole Außenseiter, und Nike hat die Top-Stars unter Vertrag und ließ den wohl besten Werbe-Spot des Jahres produzieren. Zusätzlich setzten die US-Amerikaner noch auf eine ausgeklügelte Socia-Media-Strategie. Für Adidas blieb da nicht mehr viel übrig. Doch wie heißt es schön: wichtig ist "auf'm Platz". Mittlerweile sind alle Nike-Stars draußen, die Herzogenauracher stehen kurz vor dem Titelgewinn.

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Von den Halbfinalisten betreut Adidas, im globalen Ranking der Sportartikel-Hersteller die Nummer zwei hinter Nike, Deutschland und Spanien. Die „Celeste“ aus Uruguay ist bei Puma unter Vertrag. Nike, dem größten Sportartikel Hersteller der Welt bleibt nur noch Holland. Das ideale Endspiel aus Sicht der Fans und der Medien wäre Holland gegen Deutschland. Um dann die Assoziation mit 1974 perfekt zu machen müsste die DFB-Auswahl mit 2:1 gewinnen und Müller, wie vor 26 Jahren, das entscheidende Tor schießen.
Selbst wenn das Nike-Team Holland die WM noch gewinnen würde, würden sich die US-Amerikaner wahrscheinlich immer noch über ihre Personalpolitik ärgern. Denn alle Stars, auf die sie gesetzt hatten, sind längst zu Hause. In ihrem großartigen WM-Spot "Write the future" von Oscar-Preisträger Alejandro González Iñárritu spielen nur Kicker die Hauptrolle, die nach Meinung der Marketing-Strategen die Könige vom Kap werden sollten. Der Italiener Fabio Cannavaro, der Portugiese Ronaldo, die Brasilianer Kaka und Robinho, der Engländer Wayne Rooney sowie, noch peinlicher: Franck Ribéry, der mit der französischen Elf schon in der Vorrunde nach Hause geschickt worden war.
Stattdessen heißen die neuen internationalen Stars Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger. Bei Spanien ist es David Villa, bei Urugay Diego Forlan und bei den Holländern Wesley Sneijder oder Arjen Robben. Mittlerweile ist klar: Alle Spieler, die jetzt groß aufspielen und ihren vermeintlichen internationalen Durchbruch feiern, waren bereits vor der WM in Top-Form – anders als die vermeintlichen Superstars. Im Champions-League-Finale spielten bereits Sneijder, Müller, Schweinsteiger und Robben. Der Held des UEFA-Cup-Finales hieß Diego Forlan. Die Ausstatter hätten also schon vorher erahnen können, wer triumphiert. 
Die Gunst der Fans schien allerdings bereits im Vorfeld vergeben zu sein. Die Sympathien gehörten Nike. Bei YouTube erreichte der Spot der Amerikaner längst weit über 18 Millionen Abrufe. Der Adidas-Clip kam dagegen nur auf rund vier Millionen Zuschauer. Dafür finden die Nationaltrikots von Adidas weiter reißenden Absatz. Fazit: Immerhin den "Publikumspreis" kann Nike für sich beanspruchen, im Business liegen die Herzogenauracher vorn.

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