„Wir sehen Merkel-Dämmerung bei der CDU“

Ein Wahlkrimi von 9 Stunden und 34 Minuten: Als am Ende Christian Wulff als neuer Bundespräsident durchgedrückt wurde, war klar, dass der Niedersachse ein Staatsoberhaupt der dritten Wahl ist. Da die Linkspartei die Gefolgschaft verweigerte, ging Kandidat Wulff im dritten Versuch klar durch. Gysi & Co. straften die Opposition für die Verweigerung einer NRW-Koalition ab. „Es war nicht besonders elegant“, kommentierte CDU-Fraktionschef Kauder. MEEDIA dokumentiert erste Medienreaktionen.

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Sueddeutsche.de
„Für die schwarz-gelbe Koalition ist die missratene Wahl des Bundespräsidenten der größte anzunehmende Unfall. Die eigenen Leute verweigerten dem Kandidaten Christian Wulff zweimal die Gefolgschaft. Am Ende wurde der CDU-Politiker zwar gewählt, und nicht Joachim Gauck – doch über Merkels Regierung hängt ein großer Schatten.“

Günther Nonnenmacher auf Faz.net
: "Auf diese Bundespräsidentenwahl ist ein Schatten gefallen. Es wurde insinuiert, das freie Mandat der in die Bundesversammlung entsandten Repräsentanten würde durch Empfehlungen der Parteiführungen oder gar ‚Fraktionszwang‘ unterlaufen. Das ist eine Anmaßung und glatter Unfug."
ARD aktuell: "Die Koalition hat ein neues Trauma: die Wahl des Bundespräsidenten."
Unbekannter Zeuge vorm Reichstag: "Wir sehen eindeutig Merkel-Dämmerung bei der CDU."

Wahlberichterstatter Ulrich Deppendorf, ARD:
"Wir erleben Public Viewing bei einer Wahl zum Bundespräsidenten."
Spiegel Online: "Schwarz-Gelb ist knapp an der Katastrophe vorbeigeschrammt."
Spiegel Online um 20.44 Uhr
"Mit todernster Miene meldet sich der Moderator des ARD-Brennpunkts Ulrich Deppendorf: "Bloch entfällt heute Abend", eröffnet er den Zuschauern die offenbar traurige Nachricht. Gemeint ist die Krimi-Reihe Bloch, eigentlich sollte am Mittwochabend "Die Geisel" gezeigt werden. "Wir werden den spannenden Krimi dann ein anderes Mal nachholen", sagt Deppendorf. Noch so ein Krimi?"
Stern.de: "Wulff rettet sich über die Ziellinie."
Taz.de: "Bundespräsident dritter Wahl. Christian Wulff sei schon als Präsident auf die Welt gekommen, lästern Parteifreunde. Er verkörpert die Strategie von Konsens und Konfliktvermeidung nach außen perfekt."
Focus Online erzählt: „Bevor Christian Wulff die Wahl zum Bundespräsidenten annehmen konnte, musste er noch eine juristische Hürde überspringen. Das „Ja, ich nehme die Wahl an“ konnte der 51-Jährige erst sagen, nachdem er als niedersächsischer Ministerpräsident zurückgetreten war. Dies spielte sich in einem Hinterzimmer des Bundestages ab.“
Merkel-Biograf Günther Lachmann auf Welt Onine: "Merkel trägt die Schuld an Wulffs Abschneiden"
Thomas Schmid in der Welt: „Das war eine unnötige und angesichts des Kandidaten Gauck ungehörige Überfrachtung dieser Wahl mit Koalitionsarithmetik. Das Regierungslager täte gut daran, diesem Thema das fundamentalistische Tremolo zu nehmen. Und die rot-grüne Opposition täte ebenfalls gut daran, jetzt auf keinen Fall regierungsstürzende Sandkastenspiele zu betreiben.“
Bild.de kennt Details der Reden, die vor der CDU-Fraktion gehalten wurden. Demnach sagte Angela Merkel: „Lassen Sie uns im dritten Wahlgang ein kraftvolles Symbol abgeben“, sagte die CDU-Chefin nach Angaben von Teilnehmern in der Unionsfraktion. „Wir haben jetzt das Serbien-Spiel gehabt, jetzt kommt das England-Spiel. Lasst uns das richtig machen!“ Weiter heißt es: "In einer mit lang anhaltendem Applaus bedachten Rede wandte sich Koch direkt an die vermuteten Abweichler in den eigenen Reihen. Die Wahlleute sollten die Folgen ihres Handels bedenken. „Aus Angst vor dem Tod Selbstmord zu begehen, ist der falsche Weg“, mahnte Koch nach Angaben von Teilnehmern.“
Netzpolitik.org über den Einfluss des Netzes: „Kurzfassung: Da war wenig Obama und der Medienhype war größer als die tatsächliche Auswirkung im Netz. In den vergangenen Wochen hat es viele Initiativen und kleine Kampagnenseiten gegeben. Keine davon schaffte eine relevante Zahl an Unterstützern.“

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