Fernsehkritik und FuPa holen Grimme-Award

Jubiläum: Bereits zum zehnten Mal verlieh das Grimme-Institut in Köln seine Web-Auszeichnung an besonders lobenswerte Netz-Projekte. Moderiert wurde der Abschluss-Event des Medienforums NRW von Miriam Pielhau. In der Kategorie Information gewann das regionale Fußball-Portal FuPa und das Nachwuchsjournalisten-Projekt Soukmagazine. Ansonsten sind vor allem Projekte von öffentlich-rechtlichen Sendern die Top-Abräumer . Der Publikumspreis geht diesmal an Fernsehkritik-TV.

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„Früher noch Befreiungsinstrument, wird das Netz heute oftmals als mediale Krake bezeichnet. Dabei wird leicht übersehen, welche Reichtümer und Qualitäten das WWW bietet. Der Grimme Online Award setzt seit zehn Jahren darauf, die Schätze des Netzes zu heben, denn publizistische Exzellenz ist nicht an herkömmliche Medienformen gebunden“, kommentiert der Instituts-Direktor Uwe Kammann. „Das sieht man an unseren Preisträgern: Hier stehen Erzeugnisse von Branchen-Riesen neben herzblutgetränkten Seiten von Einzelkämpfern auf dem Podium.“ 
Kategorie Information

FuPa – das regionale Fußballportal
Begründung:
"Michael Wagner, gesamtverantwortlich für das Sportportal FuPa, berichtet mit Hilfe zahlreicher Freiwilliger über den regionalen Fußballsport und räumt jedem Spiel aus Niederbayern, von der untersten Kreisliga bis in die Bayernliga, den Stellenwert eines Bundesligaspiels ein."
Soukmagazine

Begründung: "Das Soukmagazine ist ein von engagierten Nachwuchsjournalisten geführter Webauftritt, der ebenfalls ohne großes Budget auskommt. Im Magazin wird aus erster Hand über den arabischen Raum berichtet. Dabei stehen nicht Terror und Atomkonflikte im Vordergrund, sondern Geschichten, die dem Orient ein erlebbares Gesicht geben und den Leser auf eine Reise hinter die Kulissen einladen."
Kategorie Wissen und Bildung
beroobi – Erlebe Berufe online!
Begründung: "Das Schulen-ans-Netz-Projekt beroobi vermittelt anschaulich und auf die junge Zielgruppe zugeschnitten Informationen zu Ausbildungsberufen. Mit kleinen Tests und Animationen werden die Fragen zur Berufswahl anschaulich und praxisnah beantwortet. ‚Hier wird nicht nur an der Oberfläche gekratzt, sondern es werden mit einer hohen inhaltlichen Dichte alle Fragen beantwortet, die sich ein junger Mensch stellen würde‘, so die Jury."
Das Wunder von Leipzig
Begründung: "Mit der Seite Das Wunder von Leipzig, die sich mit der Montagsdemonstration vom 9. Oktober 1989 beschäftigt, hat der MDR in Zusammenarbeit mit Arte ‚ein virtuelles Denkmal geschaffen, das – auch Geschichtsmuffel – für ein Datum sensibilisiert, welches sonst neben dem 9. November 1989 möglicherweise verblassen würde‘, so die Begründung der Jury. Archivraritäten werden für den User zugänglich gemacht und ermöglichen das Eintauchen in die Stimmung dieser einzigartigen Demonstration, die nicht nur die Zukunft Deutschlands sondern auch die der Weltgeschichte maßgeblich beeinflusst hat."
Ein Jahr auf dem Bauernhof
Begründung: "Das multimediale Schulfernsehen Planet Schule, eine Koproduktion von WDR und SWR, wird für das Webspecial Ein Jahr auf dem Bauernhof geehrt. Mit viel Liebe zum Detail lädt Bauer Wilfried nicht nur die Kleinen auf eine digitale Entdeckungsreise ein. Die Jury hebt hervor, dass hier spielerisch Wissen vermittelt wird, ohne die Kinder zu überfordern oder zu langweilen: ‚Den Machern ist es gelungen, die üppige Fülle an Informationen rund um das Leben und Arbeiten auf einem Bauernhof in leicht verständliche Einheiten zu unterteilen.’"
Little Berlin – Ein Dorf deutscher Geschichte
Begründung: "Im Webspecial Little Berlin – Ein Dorf deutscher Geschichte werden sowohl die journalistischen als auch die technischen Möglichkeiten des Internets voll ausgeschöpft: Crossmedial werfen 19 Volontäre der Axel Springer Akademie einen erfrischenden Blick auf die deutsche Geschichte. Ohne erhobenen Zeigefinger und ohne Voyeurismus erzählen sie die Geschichte der Wende im ganz Kleinen.“

Kategorie Kultur und Unterhaltung
Frischfilm – Die Kurzfilmplattformdes Schweizer Fernsehens
Begründung: "Mit der Kurzfilmpattform des Schweizer Fernsehens Frischfilm zeichnet die Jury in der Kategorie Kultur und Unterhaltung ein Angebot aus, das Platz für Experimente bietet: Talentierte, unabhängige Filmemacher und Newcomer stellen ihre Kurzfilme auf die Plattform. User werden aufgerufen, das Programm mitzugestalten, indem sie die ‚bewegten und bewegenden Bilder‘ bewerten und ihnen damit die Chance zur Ausstrahlung im Schweizer Fernsehen geben. Von der Jury hervorgehoben wurde außerdem das visuelle Konzept der Website.!

Kategorie Spezial
TINY TALES – Micro Fiction auf Twitter
Begründung: In der Kategorie Spezial wurde TINY TALES ausgezeichnet. Was als Micro‑Fiction gehandelt wird, sind kleine, in sich abgeschlossene Geschichten im Twitter-Format, also 140 Zeichen kurz. Florian Meimberg ist Autor einer Mediengeneration, die sich an SMS und Statusmeldungen gewöhnt hat. Mit seinen kurzen Erzählungen definiert er Literatur neu.

Publikumspreis
Fernsehkritik-TV
Begründung: "Mit dem Publikumspreis darf sich das satirisch-kritische TV-Magazin Fernsehkritik-TV schmücken. Es widmet sich dem aktuellen TV-Programm, das von Holger Kreymeier sachkundig und humorvoll unter die Lupe genommen wird."

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