WM verhilft Twitter zu Rekordzahlen

Ein Rekord jagt den nächsten: Vier Jahre nach dem Start des Microblogging-Dienstes steigt die Zahl der Visits noch scheinbar ungebremst weiter. Wie FAZ-Blogger Holger Schmidt berichtet, erhöhte sich im Mai die weltweite Besucherzahl von 84 auf 90 Millionen. In Deutschland sollen die Visits bei 2,69 Millionen liegen. Als unerwarteter Rekord-Treiber entpuppt sich die Weltmeisterschaft. Zum Schlusspfiff der Partie Japan gegen Dänemark wurden mit 2.940 Tweets pro Sekunde ein neuer Bestwert erreicht.

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Die deutschen Zugriffszahlen haben sich ebenfalls aufwärts entwickelt von 2,65 Millionen auf 2,69 Millionen Besucher. Die meisten Twitter-User sind demnach so genannte Lurker, also jene Twitterer, die wenig aktiv sind und hauptsächlich anderen Leuten folgen. Demnach nutzt ein Großteil der Twitter-Mitglieder den Dienst, zur Informationsbeschaffung und weniger zur Kommunikation oder als soziales Netzwerk.

Die Dimension der Twitter-Euphorie zeigt sich besonders darin, dass der Microblogging-Dienst seine eigene Maßeinheit für die Twitter-Aktivität erfunden hat. Die TPS, was für Tweets per second steht, stiegen besonders zum WM-Start auf Rekordniveau an. Nach den ersten Spielen war, zur Verärgerung vieler User, immer häufiger der verhasste Wal auf der Startseite zu sehen. Twitter war überfordert und erhöhte seine Kapazitäten. Trotzdem kamen die Server immer wieder mit den Nutzer-Ansturm nicht zurecht.

Der durchschnitttliche TPS-Wert liegt aktuell bei 750. Zum Schlusspfiff der Partie Japan gegen Dänemark am 24. Juni wurden 2.940 Tweets in der Sekunde abgesetzt. Auf Platz zwei der am meisten gezwitscherten Fußball-Momente der bisherigen WM schaffte es das erste Tor der Brasilianer gegen Nordkorea mit immerhin 2.928 TPS. Auch der Sieg Mexikos über Südafrika erhöhte die TPS auf 2.704.

Bei der morgigen Wahl des Bundespräsidenten ist twittern übrigens nicht erwünscht. Das berichtet Sueddeutsche.de. Nachdem bei der letzten Präsidentschaftswahl das Ergebnis längst vor der offiziellen Bekanntgabe bei Twitter kursierte, ist man natürlich darauf bedacht, eine weitere Panne dieser Art zu vermeiden. Damals hatte die CDU-Politikerin Julia Klöckner etwas voreilig den Wahlausgang via Tweet kommuniziert. Dass sich ein solcher Eklat morgen wiederholt, scheint jedoch unwahrscheinlich. Ein Twitter-Verbot wird es aber nicht geben.

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