Skandal-Konzern Foxconn erneut in der Kritik

Die Firmenpolitik des iPhone-Herstellers Foxconn sorgt erneut für negative Schlagzeilen. Wie Spiegel Online berichtet, müssen 100.000 Berufsschüler der chinesischen Provinz Henan zu einem Zwangspraktikum beim weltgrößten Computerzulieferer antreten. Wer sich weigert, dem wird der Abschluss verwehrt. Damit liefert Foxconn erneut Zündstoff für die Medien. Zuletzt ist der Großkonzern für seine Arbeitsbedingungen und eine Selbstmordserie unter den Mitarbeitern in die Kritik geraten.

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Die Provinzregierung von Henan stelle dem Großkonzern Berufsschüler des ersten und zweiten Jahrgangs als Arbeitskräfte zur Verfügung, heißt es in dem Spiegel Online-Artikel. Die Jüngeren müssten für drei Monate, die Älteren für sechs Monate bei Foxconn arbeiten. Eine Wahl gibt es scheinbar nicht. Angeblich würden die Schüler jedoch wie jeder andere Arbeiter entlohnt mit umgerechnet bis zu 276 Euro.

Der Hintergrund der zweifelhaften Kooperation zwischen Funktionären und dem Elektronik-Konzern ist wohl, dass Foxconn seine Produktion teilweise von der Sonderwirtschaftszone Shenzhen (400.000 Mitarbeiter) in das ärmere Henan auslagern will. Bis zu 300.0000 Arbeitskräfte will der Konzern in der Region beschäftigen. Aktuell arbeiten weltweit rund 800.000 Menschen für den Skandal-Konzern.

Es ist zu vermuten, dass die Berufsschüler aus Henan angelernt werden sollen um die Übergangsphase nach dem Umzug zu erleichtern. Die englischsprachige China Daily berichtete, dass auch Gemeinden dazu verpflichtet wurden, Arbeitskräfte im Alter von 18 – 45 Jahren zu rekrutieren.

Der Computer-Zulieferer, der unter anderem auch das iPhone herstellt, machte in den letzten Wochen und Monaten immer wieder aufgrund einer Selbstmordserie unter den Mitarbeitern von sich Reden. Zehn von ihnen nahmen sich das Leben, neun nach weniger als sechs Monaten in der Fabrik.

Mit allen Mitteln versuchte Foxconn, sein Image wieder aufzupolieren. Angesichts der weltweiten Kritik übte sich der Elektronik-Hersteller in Schadensbegrenzung. Löhne wurden erhöht und die psychologische Betreuung sollte ausgebaut werden. Für die betroffenen Berufsschüler dürfte dies ein schwacher Trost ein. In einem Internet-Forum hieß es "Ich glaube, unsere Schule hat uns verkauft."

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