Die Leiden des jungen iPhone 4

Seit Donnerstag ist das neue iPhone 4 auch in Deutschland im Handel. In den USA mehren sich jetzt die Rufe der Kritiker. Einschlägige Blogs berichten von gelben Streifen und Punkten im Display, andere liefern Beweise dafür, dass der Empfang abbricht, sobald man das Apple-Phone in einer bestimmten Weise in den Händen hält. Außerdem soll die neue Glashülle dafür sorgen, dass die Hülle bei Stürzen aus geringer Höhe splittert. Apple gab die Empfangsprobleme derweil schon zu.

Anzeige

Seit Donnerstag steht das neue iPhone 4 nach den USA auch in Deutschland im Handel. In den USA mehren sich jetzt die Rufe der Kritiker. Einschlägige Blogs berichten von gelben Streifen und Punkten im Display, andere liefern Beweise dafür, dass der Empfang abbricht, sobald man das Apple-Phone in einer bestimmten Weise in den Händen hält. Außerdem soll die neue Glashülle dafür sorgen, dass die Hülle bei Stürzen aus geringer Höhe splittert. Apple gab die Empfangsprobleme derweil schon zu.
Keine Frage: das neue Retina-Display ist konkurrenzlos gut. Eine viermal so hohe Auflösung wie die des iPhone 3Gs (960 mal 640 Pixel). Da müssen HTC und Co. erst einmal nachziehen.

Gelbe Flecken und Streifen im Display
Was viele nicht wissen: Im sogenannten Display des neuen Apple-Phone steckt die gleiche Technik wie in den Bildschirmen der neuen Macbook und iMacs. Und genau wie die neueste Baureihe der iMacs beklagen sich auch erste User über gelbe Streifen auf dem Display. Ein User, der sich offenbar mit dem Apple-Reparaturservice wegen des Problems auseinandergesetzt hat, berichtet, dass die Streifen und Punkte Rückstände vom Fertigungsprozess sein. Genauer: Bei der Bindung der Glasoberfläche auf das Display bleiben bei einigen ausgelieferten Modellen anscheinend Reste zwischen den Oberflächen hängen. Offenbar gibt sich Apple in den USA sehr kulant und tauscht iPhones mit diesem Fehler umgehend aus.

Glashülle angeblich nicht so robust
Das scheint aber nicht das einzige Problem mit dem Display zu sein. Das Apple-Phone ist auf Vorder- und Rückseite mit Glas eingefasst. Angeblich hat Apple das Glas chemisch so behandelt, dass es stabiler als Plastik ist. Laut Hersteller soll das Glas "ultradurable", also extrem strapazierfähig sein. User berichten allerdings davon, dass auf der Glasfläche sehr schnell Kratzer entstehen. Ohne extreme Gewalteinwirkung. Noch schlimmer sieht es aus, wenn man das iPhone 4 aus Versehen fallen lässt. Jeder kennt das: Man fischt das Handy hektisch aus der Hosentasche, es rutscht aus der Hand und knallt auf den Boden. Mein 3GS ist schon mehrmals mit dem Display zuerst auf Fliesen aufgeschlagen. Ohne Kratzer oder Brüche im Display davon zu tragen. Anders beim iPhone 4: Die extreme Spannung im Glas scheint dafür zu sorgen, dass die Oberfläche sehr schnell springt. An den "Genius Bars" in den Apple-Stores scheinen die Mitarbeiter bisweilen ratlos, wie Gizmodo berichtet.

Empfangsprobleme durch Stahlrahmen
Der US-Blog hat außerdem eine ganze Reihe von Videobeweisen von Usern zusammengetragen, die die eingeschworene Apple-Gemeinde vom Upgrade auf das neueste Modell abhalten könnten. Das Problem: Hält man das iPhone 4 in seiner linken Hand, mit drei Fingern an der rechten Seite und Handballen und Daumen an der linken Seite, so verschlechtert sich der Empfang zusehends. Teilweise bricht die Verbindung komplett ab. Offenbar gilt das sowohl für das Telefonieren sowie die Datenverbindungen. Unter den Einsendungen finden sich auch Videos von deutschen Usern. Zum Hintergrund: Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen ist das iPhone 4 von einem Stahlrahmen eingefasst, der zum einen das Telefon wie ein Chassis zusammenhält, zum anderen als Antenne dient. Greift man das iPhone also an bestimmten Punkten, verschlechtert man so die Leitfähigkeit des Metalls und damit die Empfangsqualität.

In einem ersten, völlig unwissenschaftlichen, Test mit einem iPhone 4 mit 32 GB und T-Mobile als Carrier in der Hamburger Innenstadt, fiel bei mir die Verbindung von fünf Balken auf zwei, brach aber nicht komplett ab. Ein Apple-Mitarbeiter erklärte mir heute, dass das Problem behoben sei, wenn man über den Rahmen eine der sogenannten "Bumper"-Hüllen ziehe, die keinen direkten Hautkontakt mehr zulasse. In der Tat: Als das iPhone den Plastikring trug, ließ sich der Fehler nicht wiederherstellen. Der US-Blog Gearlog geht in einem Post ausführlich auf den sogenannten "Todesgriff" ein. Darin relativiert der Autor die Empfangsprobleme. So sei es auch bei Palms Smartphone Pré möglich, durch eine bestimmte Griffweise den Empfang zu verschlechtern.

Apple reagierte in der Zwischenzeit mit einem "halbwegs" offiziellen Statement. Demnach leide jedes Handy bzw. Smartphone unter Verbindungsproblemen, wenn man es in einer bestimmten Position hält. Man solle vermeiden, dass Gerät in der unteren linken Ecke anzufassen oder aber eine der vielen Hüllen verwenden. Apple-Boss Steve Jobs antwortete ebenfalls in gewohnt knackiger Art: "Es ist ein Problem. Aber halt es einfach nicht in dieser Position."

Streifenbildung bzw. gelbe Punkte auf dem Display sind mir bei meinem Testgerät bisher nicht aufgefallen. Abgesehen davon habe ich aber auch nicht vor, das schmucke Dinge zu Testzwecken auf den Zimmerboden krachen zu lassen…

Bilder via Gizmodo

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige