Burda will ZDF-Online vor Gericht sehen

Verleger Hubert Burda verlangt eine gerichtliche Überprüfung der Online-Medien des ZDF, die am Freitag vom Fernsehrat des Senders weitgehend genehmigt wurden. Das ZDF wolle "das gesetzliche Verbot sendungsunabhängiger Online-Presse ignorieren", sagte Burda dem Tagesspiegel. Er bezichtigte die Sendergremien eines "Tricks": Der bestehe "in der Behauptung, pressemäßige Artikel im Internet seien nicht einmal presseähnlich". Nun seien "die Gerichte aufgerufen, den Anschein legaler Online-Presse bei ARD und ZDF zu beseitigen."

Anzeige

Der Präsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hat sich damit einer Kritik angeschlossen, die der Verband der Zeitungsverleger (BDZV) seit Wochen vehement vorträgt. Die sogenannten "Telemedien" müssen bis zum 31. August einem Drei-Stufen-Test unterzogen werden, der auch die Frage beleuchtet, wie sich das Angebot auf die (private) Konkurrenz auswirkt. Dabei dürfen die gebührenfinanzierten Webseiten nicht "presseähnlich" sein. Seit dem Frühsommer werden die zahlreichen Angebote von ARD und ZDF regelmäßig für in Ordnung befunden, mit höchsten geringen Abstrichen.
Kern des Konflikts ist die Definition der "Presseähnlichkeit". Die Süddeutsche Zeitung – die übrigens zum Teil wortgleiche Zitate nicht Hubert Burda, sondern dem VDZ-Geschäftsführer  Christoph Fiedler zuschreibt – berichtet von einer "delikaten internen Debatte" beim ZDF, die sich im Bericht des Fernsehrats niederschlägt. Einzelne Gremienmitglieder hätten nämlich die Auffassung vertreten, dass als Bezugsgröße die Online-Angebote der Printmedien heranzuziehen seien – eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die im Rat aber keine Mehrheit gefunden habe.
Tatsächlich, so argumentieren der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und nun auch die Zeitschriftenverleger, werde der Begriff "presseähnlich" bei den Öffentlich-Rechtlichen so gedeutet, dass die Angebote wie Zeitungen aussehen müssten. Das hält man bei den Branchenverbänden für einen "Witz", der BDZV merkt an: "Kein Online-Angebot von Presse hat heute noch eine solche Anmutung."

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige