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Das Erfolgs-Märchen Doodle Jump

Das iPhone-Spielchen Doodle Jump ist mittlerweile zur Erfolgsgeschichte Nummer eins in Apples App-Store geworden. Die Story von Doodle Jump hat alles, was ein modernes Wirtschafts-Märchen braucht. Zwei Brüder, die das Spiel nebenher entwickelt haben, landeten damit einen der größten Hits in der App-Economy und gaben ihren Beruf dafür auf. Mittlerweile wurde Doodle Jump über fünf Millionen mal zum Preis von 79 Cent (99 US-Cent) runtergeladen. Derzeit bereiten die Brüder eine Version fürs iPad vor.

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Für die paar Unkundigen da draußen hier noch einmal kurz und knapp, worum es bei Doodle Jump geht: Eine lustig "gekritzelte" grüne Comic-Figur mit vier Strich-Beinchen und Rüssel muss auf Plattformen immer höher und höher hüpfen. Gesteuert wird die Figur, indem man das iPhone nach links oder rechts kippt. Tippt man auf den Bildschirm schießt der Doodle mit seinem Rüssel nach oben. Sympathische Monster und andere Fallen (Löcher, Ufos) erschweren die Mission, dazu ein paar Extras (Raketen-Rucksack, Propeller-Hut). Das war’s. Simpler kann ein Spiel nicht gestrickt sein. Trotzdem oder gerade deswegen ist Doodle Jump in höchstem Maße motivierend und begeistert Millionen Spieler auf der ganzen Welt.

Hinter der Erfolgsstory stecken die aus Kroatien stammenden Brüder Igor und Marko Pusenjak. Sie wollten das Spiel ursprünglich mit einem Hasen herausbringen, der auf dem Bildschirm Karotten sammelt. Während der Entwicklungsphase zeichneten sie den Doodle und die Monster als eine Art Grafik-Dummy für das spätere Spiel – nur um zu merken, dass die hingekritzelten Entwürfe (to doodle = kritzeln) witziger aussahen als das, was sie eigentlich planten.

Zu Beginn seien sie ein bisschen frustriert gewesen, weil Doodle Jump nur zwischen 20 und 30 mal pro Tag verkauft wurde, erzählten die Brüder der New York Times. Als das Spiel es dann aber in die Top-25-Liste der Apps schaffte, folgte ein raketenhafter Aufstieg. Doodle Jump ist nun seit rund einem Jahr in der Top-Liste der Apps und zählt zu den umsatzstärksten Apps im App-Store – und das bei einem bescheidenen Preis von 79 Cent. Im März dieses Jahr wurde die Drei-Millionen-Download-Marke überschritten. Jetzt sollen bereits über fünf Millionen Doodle-Jump-Spiele gekauft worden sein. Die Welle rollt immer weiter. Fünf Millionen Downloads zu 79 Euro-Cent – das ist ein Gesamtumsatz von 3,95 Mio. Euro. Davon bleiben 70 Prozent, 2,75 Mio., bei den Entwicklern, den Rest streicht Apple ein. Der Erfolg brachte die Brüder dazu, ihren Angestellten-Job aufzugeben und die Firma Lima Sky zu gründen. "Doodle Jump" wurde ihr Beruf.

Die Erfolgsfaktoren sind schnell umrissen: Das Spiel ist extrem einfach zu lernen und wird weltweit sofort verstanden. Je höher man aber mit dem Doodle springt, desto schwieriger und herausfordernder wird es. Weltweite High-Scores von über vier Millionen Punkten sind für Normalspieler schier unerreichbar. Die Grafik ist sehr witzig und mit genauso viel Liebe zum Detail entwickelt wie die Sound-Effekte und das Gameplay. Lima Sky bringt kontinuierlich Updates heraus, die neue Spiel-Umgebungen oder Zusatz-Features bringen – und zwar gratis! So wurde an Weihnachten eine Winter-Version von "Doodle Jump" veröffentlicht, in der es schneit, der Doodle eine Nikolausmütze trägt und mit Schneebällen schießt. Zur Fußball-WM gab es auch ein Update. Jetzt hüpft der Doodle auf einem Fußballfeld, trägt eine Adidas-Hose und die Monster sind in den Farben der Nationalflaggen aufgestellt. Solche Ideen sorgen dafür, dass der Spielspaß hoch bleibt und die Mundpropaganda stimmt.

Dass die Doodle-Jump Entwickler es ernst meinen mit ihrem Spiel, merkt man auch daran, dass sie sich für eine iPad-Variante Zeit lassen. Ursprünglich hätten sie einfach eine hoch auflösende Version von Doodle Jump für den Tablet-Computer veröffentlichen wollen. Dann aber merkten sie, dass der größere Bildschirm ein völlig anderes Gameplay verlangt. Während man mit dem iPhone mit einer Hand den Doodle kontrolliert und mit Daumen oder der zweiten Hand schießt, ist das mit dem viel größeren und schwereren iPad nicht möglich. Die Pusenjak-Brüder entschieden sich, ein völlig neues Doodle Jump mit neuem Spielprinzip fürs iPad zu entwickeln – auch wenn es ein bisschen länger dauert.

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