Zum Mitfiebern: unsere 11 WM-Höhepunkte

Motivationshilfe für das erste deutsche Finale dieser WM gegen Ghana: Der DFB-Auswahl wird seit jeher nachgesagt, in wichtigen Spielen besonders konzentriert zu sein. Wenn es wirklich zählt, boten die Kicker mit dem Adler auf der Brust immer Besonderes. MEEDIA hat deshalb die 11 größten deutschen WM-Höhepunkte inklusive des jeweiligen Reporter-Highlights zusammengestellt. Wie sagte ZDF-Mann Rolf Kramer 1986 über die DFB-Mannschaft: "Sie wackelt, sie wankt, sie kämpft, sie ist nicht besiegt (...) Und Tor!"

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1954

Das "Wunder von Bern", 3:2 gegen Ungarn am 4. Juli 1954 in Bern, das bedeutendste Ereignis der deutschen Sportgeschichte.

Reporter-Höhepunkt:
Herbert Zimmermann (Radio-Reportage, der TV-Live-Kommentar ist verloren):
"Sechs Minuten noch im Wankdorfstadion in Bern – keiner wankt. (…) Bozsik, immer wieder Bozsik, der rechte Läufer der Ungarn hat den Ball – verloren, diesmal an Schäfer. Schäfer nach innen geflankt. Kopfball – abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen. Rahn schießt… Toooor! Toooor! Toooor! Toooor!"

1966

Auf dem "heiligen Rasen" von Wembley gegen Gastgeber England, Deutschland in der tragischen Rolle: Weber erzielt in der 89. Minute den Ausgleich zum 2:2. In der Verlängerung fällt das "Wembley-Tor" durch Hurst, später noch das 4:2 für England. Legende: Helmut Haller lässt den WM-Ball mitgehen, der traditionell dem dreifachen Torschützen Hurst zustand, und gibt ihn 30 jahre später zurück.

Reporter-Höhepunkt
Rudi Michel (ARD): "So verinnen Minuten und Sekunden…Goal! Goal! Wenn Sie mich hören in Ihrem Jubel, kann ich Ihnen jetzt sagen, es war der Kölner Weber, und es gibt keinen Zweifel für mich am Verdienst dieses Ausgleichs."

"Achtung, Achtung – hei! Nicht im Tor, nicht im Tor! Aber jetzt, was entscheidet der Linienrichter… Tor. (….) das wird nun wieder Diskussionen geben!"

1970

WM in Mexiko, die Sonne brennt heiß. Vier Jahre nach Wembley geht es in León wieder gegen England. Erster großer Moment: Uwe Seeler erzielt mit dem Hinterkopf den Ausgleich zum 2:2, der die Verlängerung erzwingt, Müller schießt das 3:2.

Reporter-Höhepunkt:
Werner Schneider (ZDF): "Seeler – und Tor! Und Tor! Jawoll, Jawoll, 2:2, gerade wurde noch Hand reklamiert, die englische Abwehr war einen Augenblick nicht konzentriert, und das ist das 2:2. Die deutsche Mannschaft hat mit einer kämpferischen Leistung den 0:2-Rückstand aufgeholt."

1970

Das "Jahrhundertspiel", Halbfinale gegen Italien in Mexico City: Deutschland läuft dem frühen Gegentor durch Boninsegna hinterher, Beckenbauers Arm wird nach einem Sturz an den Körper bandagiert (Schön konnte nicht mehr wechseln), die heroischen Szenen häufen sich. In der 90. Minute schafft Schnellinger den Ausgleich. In der Verlängerung fallen weitere 5 Tore – am Ende 4:3 für Italien.

Reporter-Höhepunkt:
Ernst Huberty (ARD): "Grabowski. Schnellinger! Nein, nein, nein, Schnellinger! Tor durch Schnellinger. Unglaublich. Ausgerechnet Schnellinger, werden die Italiener sagen, ausgerechnet Schnellinger. Es ist nicht zu glauben."

1974

Erste WM in Deutschland, Beckenbauer macht sich nach dem 0:1 gegen die DRR (Sparwasser!) selbst zum Chef der Mannschaft. Cryuffs Niederlande wirken übermächtig und gehen im Münchner Finale in der 2. Minute in Führung. Breitner gleicht per Elfmeter aus (Hölzenbeins Fall-Technik!), dann kommt die 44. Minute und Gerd Müller.

Reporter-Höhepunkt:

Rudi Michel: "Bonhof – Müller – und 2:1! (…) Tore, die Müller macht, die eigentlich nur Gerd Müller macht, weil er die kürzesten Reflexe hat."

1982


Halbfinale gegen Frankreich
, Schumacher fällt Battiston. Frankreich brilliert in der Verlängerung und führt 3:1. Derwall wechselt den halb-verletzten Rummenigge ein (überliefert ist Mitterands Ausruf auf der Tribüne: "Mon dieu, Rümmeniesch!"). Rümmenisch trifft zum 2:3, Klaus Fischer per Fallrückzieher zum 3:3. Deutschland gewinnt das Elfmeterschießen (und verliert später das Finale gegen Italien).

Reporter-Höhepunkt:
Rolf Kramer (ZDF): "Bernd Förster – Littbarski – eine gute Flanke, und der Fallrückzieher, und das Tor! Das schönste Tor, vielleicht der ganzen WM, nicht nur für die Deutschen. Klaus Fischer."

1986

Wieder Mexiko, Deutschland im Finale gegen Argentinien: Matthäus als Wachhund für Maradona, trotzdem 0:2-Rückstand. Rummenigge trifft zum 1:2, Völler per Kopf zum 2:2 in der 82. Minute. Deutschland rennt blind nach vorn, Teamchef Beckenbauer schreit verzweifelt am Rand, Maradona passt auf Burruchaga – verloren.

Reporter-Höhepunkt:
Rolf Kramer (ZDF): "Es gibt keinen Schönheitspreis in diesem Finale. Für die Argentinier nicht, und ganz gewiss nicht für unsere Mannschaft. Aber, wie so oft, sie wackelt, sie wankt, sie kämpft, sie ist nicht besiegt (…) Und Tor! Ist denn das die Möglichkeit!"

1990

Finale in Rom, wieder gegen Argentinien, Deutschland überlegen. In der 84. Minute fällt Völler. Brehme tritt zum Elfmeter an.

Reporter-Höhepunkt:
Gerd Rubenbauer (GR) und Karl-Heinz Rummenigge (KHR):
GR "Er kann mit links, und kann mit rechts." KHR: "Meistens schießt er mit rechts." GR: "Hoffentlich trifft er, das ist das einzig Wichtige. Brehme gegen den Elfmetertöter Goicoechea." GR und KHR: "Jaaaaaa." GR: "Tor für Deutschland, 1:0 durch Andreas Brehme, alles wie gehabt, mit rechts flach ins linke Eck, Goicoechea wusste alles, nur halten, konnte er ihn nicht…" (…) KHR: "Aber dieser Teufel im argentinischen Tor hatte wieder die Ecke, er ist ein Elfmeterkiller, muss man direkt sagen."  

2002

Deutschland mit Teamchef Rudi Völler würgt sich durchs Turnier in Japan und Südkorea. Halbfinale gegen Südkorea, Michael Ballack kassiert die zweite gelbe Karte, ist den Tränen nahe, weil fürs eventuelle Finale gesperrt. Dann die 74. Minute: Ballack stürmt Richtung Strafraum.

Reporter-Höhepunkt:
Heribert Faßbender (ARD): "Neuville. Nun müssen die anderen ran. Innen läuft Bierhoff mit. Und Ballack! Unglaublich. 1:0! Der Mann mit dem Zug zum Tor. Ich hab’s Ihnen  gesagt, selbst wenn er von seiner Leistungsfähigkeit her nicht top ist,  für Tore ist er immer gut."

2006

WM in Deutschland: Das erste Spiel gegen Costa Rica wird 4:2 gewonnen, aber der eigentliche Zündfunke für das "Sommermärchen" ist das zweite Spiel gegen Polen in Dortmund. Chancen in Serie, aber kein Tor; Klinsmann wechselt Neuville und Odonkor ein.

Reporter-Höhepunkt:
Steffen Simon (ARD): "In der letzten halben Stunde haben die Statistiker elf zu null Torschüsse fürs deutsche Team gezählt, und es waren ne Menge Hochkaräter dabei. Jetzt vielleicht noch einmal, Odonkor – und jetzt ist es da!  Oliver Neuville, und das ist hochverdient für das deutsche Team. In der ersten Minute der Nachspielzeit, und hier spielen sich unglaubliche Szenen ab."

2006

Viertelfinale gegen Argentinien in Berlin: 1:1 nach 90 Minuten, immer noch 120 Minuten; ein zäher, intensiver, unglaublich spannender Kampf. Im Elfmeterschießen muss sich Jens Lehmann bewähren, den Klinsmann Oliver Kahn vorgezogen hat.

Reporter-Höhepunkt:
Reinhold Beckmann (ARD): "Jetzt Lukas Podolski. Lukas, hau ihn rein. Hau ihn einfach rein. Podolskiiii! Vier zu zwei. (…) Wenn Cambiasso jetzt nicht trifft, ist Deutschland im Halbfinale. Lehmann, komm – jaaa, du hast ihn, Deutschland steht im Halbfinale!"

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