So hätte Kai D. Geld sparen können

Bild-Chefredakteur Kai Diekmann staunte nicht schlecht, als ihm eine Handy-Rechnung von über 46.000 Euro von der Telekom zugestellt wurde, weil er für sein Blog drei Tage lang Web-Videos aus Marokko hochgeladen hatte. Dabei hätte das "Roaming-Opfer Kai D." die Riesen-Rechnung durchaus vermeiden können. Wenn man das mobile Internet im Ausland nutzt, ist nämlich höchste Vorsicht angesagt. Trotz immer schärferer Bestimmungen zocken Mobilfunkbetreiber immer noch gerne ab.

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Kai Diekmann hat seinen Vertrag bei der Deutschen Telekom. Die stellt bei Auslandsreisen im Regelfalls die Option "Smart Traveller" automatisch ein. Das bedeutet, innerhalb der Europäischen Union zahlt man scheinbar günstige 29 Cent pro Minute. Allerdings kassiert die Telekom für jedes angefangene Gespräch nochmal 75 Cent. Der knappe Anruf daheim wird also doch teurer als gedacht. Außerdem ist der "Smart Traveller"-Tarif für Leute die das Internet unterwegs nutzen wollen alles andere als smart. Für 50 Kilobyte verlangt die Telekom hier 17 Cent. Bei 200 MB Video wären das schon 680 Euro. Da kommt schnell einiges zusammen.

Man kann den Tarif bei der Telekom auch wechseln zu T-Mobile Weltweit, dann kosten 100 Kilobyte 19 Cent. Dafür werden aber die Telefonate auch deutlich teurer. Wichtig für Urlauber außerhalb der EU: Ansatzweise geregelt sind Roaming-Kosten nur innerhalb der Europäischen Union. Hier gelten sogar ab 1. Juli neue, günstigere Tarife. Anrufe in die Heimat dürfen dann höchstens 46 Cent pro Minute kosten. Ankommende Gespräche maximal 18 Cent. SMS aus dem Ausland sind sogar billiger als in Deutschland: 13 statt 19 Cent pro Kurzmitteilung – das ist eine echte Alternative.

Beim Datenroaming innerhalb der EU gibt es zwar auch Regeln, die sind aber mit Vorsicht zu genießen. Die EU schreibt maximal einen Euro pro Megabyte vor. Das gilt aber nur für die Berechnungen der Telefon-Provider untereinander. Ob Telekom, Vodafone und Co. das an den Endkunden weitergeben, steht auf einem anderen Blatt. Hier muss man sich durchs Kleingedruckte im Tarifdschungel wühlen. Ab einem Download-Betrag von 40 Euro wird man mit einer Mitteilung gewarnt. Bei 50 Euro nochmal. Aber das gilt auch wieder nur innerhalb der EU. Und da Roaming-Opfer Kai Diekmann in Marokko urlaubte, konnte er ganz ohne Warnung für tausende von Euros Videos hochladen.

Vorsicht ist aber nicht nur bei solcher Extrem-Nutzung angebracht: Smartphones wie das iPhone ziehen normalerweise ständig unbemerkt Daten aus dem Netz. Man sollte bei seinen kleinen Wunder-Dinger also am besten das Daten-Roaming komplett ausschalten, bevor man sich ins Ausland bewegt. Wer unbedingt aus dem Ausland mobil im Netz surfen will, kann sich vor Ort eine Prepaid-Karte holen. Vorausgesetzt das Smartphone hat kein Simlock… Der beste Tipp ist banal: Daten-Roaming ausgeschaltet lassen und das Internet vom Hotel oder Internet-Café aus benutzen.

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