Frank B. Werner will Zentralredaktion

Der bisherige Geschäftsführer Frank B. Werner hat im Mai von Axel Springer die beiden Finanz-Titel Euro und Euro am Sonntag im Rahmen eines Management- Buy-Outs zurückgekauft. Im Interview mit dem Fachmagazin Wirtschaftsjournalist verriet Werner seine Pläne mit den Magazinen. So sollen die Zeitschrift Euro und die Sonntagszeitung Euro am Sonntag in einer Zentralredaktion zusammengefasst werden. Die dazugehörige Website Finanzen.net wird noch bis mindestens 2012 von Springer betrieben.

Anzeige

Die Redaktion von Euro und Euro am Sonntag liefert allerdings die Inhalte. Entsprechende Verträge zwischen Frank B. Werner und der Axel Springer AG wurden geschlossen. Beide Zeitschriften haben im Zuge der Finanz- und Printkrise stark Federn gelassen. Aber schon vorher ging es bergab. Euro am Sonntag verlor in den vergangenen fünf Jahren laut IVW 21 Prozent der Gesamtauflage und sogar 75 Prozent bei den Einzelverkäufen. Euro büßte in den vergangenen vier Jahren 19 Prozent der Gesamtverkäufe und 57 der Einzelverkäufe ein. Sogar jetzt machen die Bordexemplare noch rund ein Drittel der Gesamtauflage beider Titel aus. Werner sagte dem Wirtschaftsjournalist, dass dieser unrentable Teil der Auflage bald deutlich reduziert werden soll.

Auch im Anzeigengeschäft wurde Euro und Euro am Sonntag überdurchschnittlich stark gebeutelt. 2009 verlor Euro 40 Prozent an Anzeigenseiten, Euro am Sonntag verlor fast 45 Prozent. Mehr als der Branchen-Durchschnitt. Frank B. Werner, der "Euro" bereits 1990 – damals noch unter dem Namen Finanzen – gegründet hat, ist trotzdem optimistisch. "Ich bin einfach davon überzeugt, dass man mit Content im Bereich Wirtschaft und Finanzen Geld verdienen kann", sagt er in dem Interview. Ein Zuwachs bei den Anzeigen von 15 Prozent im Vergleich zu den katastrophalen Zahlen von 2009 würde ihm reichen, meint Werner, um den Verlag profitabel zu machen. Allerdings lässt er offen, ob dies in der Zukunft zwingend mit Print-Objekten geschehen muss: "Ob das langfristig auf Papier sein wird oder über andere Kommunikationsträger, wird sich noch zeigen." Ab September soll sich dann aber erst einmal etwas bei den beiden Blättern tun. Werner plant, das Monatsmagazin Euro "etwas komplementärer" zur Wochenzeitung Euro am Sonntag zu machen. Die Nutzwertthemen bei Euro sollen zeitloser werden, die Schwerpunkte ausführlicher.

Um Kosten weiter zu reduzieren will Werner die Redaktionen von Euro und Euro am Sonntag zu einer Redaktion verschmelzen. Weiterer Stellenabbau nicht ausgeschlossen. In der heißen Phase der Krise musste der Verlag innerhalb des Springer-Konzerns bereits Kurzarbeit fahren. Werner hat den Rückkauf der beiden Wirtschaftstitel mit Hilfe von branchenfremden Investoren aus der Ostschweiz getätigt, die nicht genannt werden wollen. Werner hat persönliche Verbindungen zur Schweiz. U.a. ist er auch an der Firma Metomedia von Jörg Kachelmann beteiligt und sitzt dort im Verwaltungsrat. Als Kachelmann wegen Vergewaltigungs-Vorwürfen in Untersuchungshaft einrücken musste, übernahm Werner bei Metomedia kommissarisch die Geschäftsführung.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige