50 Fans, eine Frage: das WM-Videoprojekt

Was war dein bestes Fußball-Erlebnis? Kritsanarat Khunkham, Absolvent der Axel Springer-Akademie, und seine zwei Kollegen Julius Tröger und Saskia Gamradt stellten 50 Menschen die gleiche Frage. Das Ergebnis ist ein Film mit authentischen Antworten und vielen Anekdoten vom Spielfeldrand. Genau das ist es, was den Kurz-Film so speziell macht: filmisch gekonnt in Szene gesetzte persönliche Glücksmomente - großes Kino von einem Nachwuchsteam.

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In dem Film erinnern sich die Protagonisten an ihre ganz persönlichen Fußball-Momente, und die spielten sich nicht selten eher in der Kreisklasse ab als bei einer Weltmeisterschaft. "Es war natürlich naheliegend, gerade jetzt nach dem besten Fußball-Moment der Menschen zu fragen. Es ist WM und irgendwie kann sich ja auch jeder an irgendein persönliches Fußball-Erlebnis erinnern, dass er mal erlebt hat", sagt Khunkham. Der 27-Jährige war dabei für den redaktionellen Part zuständig. Seine Kollegen Julius Tröger und Saskia Gamradt sorgten für die technische Umsetzung und den unverwechselbaren Stil des Films.
Inspiriert wurde das Team von dem Video-Projekt "Fifty people, One Question". "Dieser Umfragestil ist echt mal eine Revolution der ordinären Fußgängerumfrage. Den haben wir gerne übernommen", so der ehemalige Journalisten-Schüler. "Wir hatten die Filme von Fiftypeopleonequestion.com gesehen und haben versucht, ein solches Format selbst zu drehen – weil in den Filmen ein sehr positives Gefühl rüberkommt. Das sind Filme, die man sich einfach gern anschaut, weil sie sie Leute von der Straße zeigen.“
Auf ähnliche Art und Weise sind mittlerweile drei Videos entstanden. "Im ersten Film, den wir gemacht haben, das war unser Pilot-Versuch, fragten wir die Menschen in einem Stadtpark, was ihren Tag perfekt machen würde. Danach waren wir auf der Blogger-Konferenz re:publica. Dort haben wir die Blogger gefragt, wann sie das letzte Mal handschriftlich einen echten Brief verfasst haben. Da kam dann oft als Antwort, der letzte Brief an den Vermieter oder eben auch Liebes- oder Trennungsbriefe. Interessant ist: Je persönlicher die Ebene wird, umso öfter werden Briefe geschrieben."
Nach seinem eigenen persönlichen Fußball-Erlebnis gefragt, muss Khunkham überraschenderweise lange überlegen. "Mein Fußball-Moment war tatsächlich 1990 als Lothar Matthäus, mein damaliger Held, den Elfmeter nicht schießen durfte. Da war ich enttäuscht, das hätte ihn noch unsterblicher gemacht. Oder auch zur letzten WM 2006 beim Spiel Deutschland gegen Polen. Neuville schießt das Tor, und danach zogen wir mit der ganzen Meute durch die Stadt."
Die Machart der Videos spricht die Berliner offensichtlich an. Demnächst werden die Filme auf Morgenpost.de in einer monatlichen Serie erscheinen. "Der Charme der Videos liegt darin, dass man den Berliner, den Fan oder wen auch immer etwas kennen lernt. Unsere Gesprächspartner erzählen von sich selbst, von ihren Träumen, Erinnerungen, Ideen, Vorstellungen."


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