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WAZ: Rückzug aus Serbien

Die Mediengruppe Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) will sich vollständig aus Serbien zurückziehen. In einem Brief hat sich WAZ-Chef Bodo Hombach an den serbischen Präsidenten gewandt. Der Inhalt des Schreibens wird von der serbischen Zeitung "Press" als Erpressung ausgelegt. Alles "frei erfunden" meint ein WAZ-Sprecher.

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Angeblich habe die WAZ-Gruppe dem Präsidenten Boris Tadic nahe gelegt, bei der Übernahme der Zeitung "Vecernje Novosti" durch die WAZ-Gruppe behilflich zu sein, andernfalls wolle man sich aus dem Land zurückziehen, so ein Bericht von DerStandard . Die WAZ-Gruppe bekundete schon länger Interesse an der Übernahme der Zeitung "Vecernje Novosti". Serbische Kritiker sahen darin eine Verletzung nationaler Interessen. Erst im März dieses Jahres sah sich Hombach Beschimpfungen von Seiten der Zeitung Novosti ausgesetzt. Wie SpiegelOnline berichtete, bezeichnete Novosti-Chefredakteur Manojlo Vukotic Bodo Hombach als "gescheiterten Politiker" mit Kontakten zur Mafia.
Gegenüber MEEDIA dementierte ein Sprecher der WAZ, dass mit dem Brief Forderungen in irgendeiner Form verbunden waren. In einer Pressemitteilung heißt es:"Die WAZ-Gruppe setzt darauf, das Land trotz schwer wiegender Behinderungen und öffentlicher Verleumdungen nicht im Streit zu verlassen. Alle Behauptungen, dass die WAZ-Gruppe auf irgendjemanden Druck ausüben wolle, sind frei erfunden."
Den Brief an den serbischen Präsidenten hat es gegeben. Darin hat Bodo Hombach seine Erfahrungen als Investor in Serbien geschildert und "angekündigt, dass die WAZ-Gruppe in Serbien desinvestieren und die Verkäufe ihrer Beteiligungen einleiten wird.
Seit Ende 2001ist die WAZ-Mediengruppe durch ein Joint Venture mit dem Zeitungsverlag Politika AD in Serbien vertreten.
Derzeit bifindet sich WAZ-Chef Bodo Hombach auf einer Wirtschaftstagung in Kroation. WAZ-Sprecher Paul Binder bestätigte gegenüber MEEDIA, dass es dort bereits Interessenten für das Serbien-Geschäft gibt. Der Rückzug aus dem Land wird aber schrittweise erfolgen. Ein genauer Zeitpunkt ist derzeit noch nicht bekannt.

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