Fall Kachelmann: Und noch ein Gutachten…

Das juristische Tauziehen um die Fortdauer der Untersuchungshaft im Fall Jörg Kachelmann wird immer komplizierter. Wie der Spiegel in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, hat die Staatsanwaltschaft dem Landgericht Mannheim die Stellungnahme eines Psychotherapeuten vorgelegt, um die von der Verteidigung beantragte Haftentlassung des ARD-Wettermoderators zu verhindern.

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In den mehr als 30-seitigen Ausführungen vertrete der Arzt die These, dass die von ihm behandelte Frau an einem traumabedingten Gedächtnisverlust leide. Die langjährige Partnerin von Kachelmann hatte diesen angezeigt und ausgesagt, Kachelmann habe sie mit einem Küchenmesser bedroht und vergewaltigt. Eine Bremer Pschologin hat offenbar erhebliche Zweifel an der Plausibilität der Angaben der Zeugin.
Mit der nun vorgelegten Expertise wolle die Ermittlungsbehörde das Ergebnis dieses von ihr selbst zuvor in Auftrag gegebenen Gutachten relativieren. Dass die Staatsanwaltschaft quasi ihr eigenes Gutachten mit einer weiteren Stellungnahme auszuhebeln versuche und noch dazu von einem behandelnden Arzt, so der Spiegel, "gilt als ungewöhnlich". Per Gesetz sind Staatsanwaltschaften verpflichtet, in gleichem Maße entlastendes wie belastendes Beweismaterial zu sammeln.

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