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WM-Begeisterung in Zahlen

Was für ein Auftakt: Das 4:0 der deutschen Nationalelf bei der WM in Südafrika haben am Sonntagabend fast 40 Millionen Menschen in Deutschland gesehen - fast ein Drittel davon mit Freunden beim Public Viewing, wie eine repräsentative Umfrage von Mindline Media im Auftrag des ZDF ergab. Demnach haben 5,93 Millionen Menschen die Begegnung bei Freunden gesehen, weitere 2,49 Millionen in Kneipen, Gaststätten und Hotels sowie 2,81 Millionen auf Großbildleinwänden. Weitere WM-Zahlen im Überblick.

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Bei den nächsten Spielen der deutschen Mannschaft könnte das Ergebnis etwas anders ausfallen, denn rund 60 Prozent der insgesamt 64 Spiele werden zur Arbeitszeit übertragen, am späten Mittag oder frühen Nachmittag. Wer Glück und einen großzügigen Chef hat, schaut die Spiele ganz legal mit den Kollegen. Den anderen bleibt im Büro wohl nur der verstohlene Blick auf den Online-Stream.
Aber mit dieser Geheimstrategie sind sie nicht allein: Nach Untersuchungen der Medienplaner von Starcom MediaVest werden allein in Großbritannien mehr als fünf Millionen Erwachsene die Weltmeisterschaft online verfolgen. Die Medienagentur schätzt zudem, dass 2,6 Millionen Briten bei der Arbeit Fußball sehen werden. Zu ähnlichen Zahlen kommt auch PriceWaterhouseCoopers, wonach sieben Prozent der Briten sich ein Spiel online anschauen werden.
Hinzu kommen geschätzte eine Million britischer Männer zwischen 16 und 34, die die Spiele auf ihren Smartphones verfolgen werden. Der französische Telefonanbieter Orange geht sogar davon aus, dass während der Weltmeisterschaft die Nutzung von Handy-TV um satte 74 Prozent ansteigen wird.
Die Unternehmensberater Deloitte warnen schon davor, dass wegen der großen Nachfrage während der WM Mobil- und Breitbandverbindungen zusammenbrechen könnten. Allein der Stream für ein Match auf einem Smartphone verbraucht etwa 400 Megabyte.
Keine Frage: Das Interesse an der WM ist riesig. Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung bezeichnet sich als Fussball-Fan. Aber deutlich mehr Menschen geben an, die WM verfolgen zu wollen (51 Prozent). Das zumindest ergab eine Onlineumfrage des holländischen Medienunternehmens Nielsen in 55 Ländern. In Europa, Asien und Lateinamerika interessieren sich demnach sogar 60 Prozent der Befragten für die Spiele in Südafrika.
Und wer den Titel holt, ist demnach auch schon klar: Globaler Topfavorit ist mit 34 Prozent weiterhin der fünfmalige Weltmeister Brasilien. Dagegen trauen nur sechs Prozent dem amtierenden Weltmeister Italien die Titelverteidigung zu. Spanien steht mit acht Prozent kaum besser da. Immerhin neun Prozent der Weltbevölkerung glauben an einen WM-Sieg der Deutschen Elf, gleichauf mit Argentinien und England. In der Bundesrepublik selbst glauben 40 Prozent der Befragten an den Titel für Deutschland, in Europa immerhin noch 14 Prozent.
Die leidenschaftlichsten Fußballfans im Netz hat dagegen Chile – zumindest laut Facebooks Passion Index. Auf den Plätzen folgen Honduras und Uruguay, Deutschland kommt auf Platz 23. Bei der Rangliste des wöchentlichen Fanwachstums kommt Deutschland momentan immerhin auf den dritten Rang, hinter England und Mexiko.
Für die Festlegung des Ranges wird die Gesamtanzahl der Fans aller Mannschaften durch die Anzahl der Internetnutzer eines Landes geteilt. Wenig überraschend dabei: Nordkorea liegt abgeschlagen auf dem letzten Platz.

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