Österreichs Medien-Mogul Dichand ist tot

Im Alter von 89 Jahren ist am heutigen Donnerstag der Herausgeber der österreichischen Kronen Zeitung, Hans Dichand, gestorben. In Deutschland war der Journalist unter anderem als zeitweiliger Herausgeber der Hamburger Morgenpost präsent. Durch Dichands Tod verändern sich auch die Machtverhältnisse beim Wiener Boulevard-Blatt. Die Essener WAZ Mediengruppe besitzt 50 Prozent an der Zeitung. Jetzt erst erhält sie jedoch auch alle Rechte als gleichgestellte Miteigentümerin.

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Bislang hatte Dichand den Posten als Hauptgeschäftsführer mit allen personellen Vollmachten inne. Diese Konstruktion gibt es jetzt nicht mehr. Laut New-Business wird die Geschäftsführung nun paritätisch besetzt. Allerdings soll Dichands Familie weiterhin ein Vorschlagsrecht für den Chefredakteur besitzen. Dies hatte in der Vergangenheit zu erbitterten Auseinandersetzungen mit den Partnern aus Essen geführt.
"Hans Dichand war nicht immer ein bequemer Partner, aber er kämpfte mit unruhiger Geduld um die Sache, zu der er sich bekannte", heißt es in einer Stellungnahme der WAZ zum Tod Dichands. "Gesellschafter und Geschäftsführung der WAZ verneigen sich mit Respekt vor der Lebensleistung des Verstorbenen."

Die von Dichand konzipierte Kronen Zeitung, in Österreich Marktführer unter den Boulevard-Blättern und im Volksmund nur die Krone genannt. Diese war sowohl gestalterisch wie auch von der journalistischen Strickart Vorlage für den Relaunch der Hamburger Morgenpost im Jahre 1986, nachdem Gruner + Jahr mit dem Metropolen-Titel seine erste Tageszeitung erworben hatte. Alleinstellungsmerkmal war das kleine Format und das quadratische Logo.

Der Standard schreibt über den Journalisten: "Dichand hatte nicht nur die auflagenstärkste Zeitung Österreichs, sondern auch die heimische Politik über weite Strecken fest im Griff. Der 89-Jährige brachte die Kronen Zeitung im Jahr 1959 neu auf den Markt und machte sie zum auflagenstärksten Printmedium des Landes. Legendär sind seine Kampagnen sowie sein Einfluss auf die politische Landschaft Österreichs."

Nach eigenen Angaben erreicht das Boulevard-Blatt mit seinen knapp drei Millionen Lesern rund 43 Prozent aller Österreicher.

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