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Das Medienecho zum N24-Verkauf

Stefan Aust, Thorsten Rossmann und Thorsten Pollfuß werden den Sender zum 1. August von ProSiebenSat.1 übernehmen. Für Kai-Hinrich Renner vom Hamburger Abendblatt ist die Transaktion ein "echter Coup". Michael Hanfeld von der FAZ ist sich sicher, dass es "hätte schlimmer kommen können". Caspar Busse von der SZ hält es dagegen für "falsch, wenn Pro-Sieben-Sat-1-Chef Thomas Ebeling jetzt das Nachrichtengeschäft aus der Hand gibt".

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Süddeutsche Zeitung, Caspar Busse:
"Und doch ist es falsch, wenn Pro-Sieben-Sat-1-Chef Thomas Ebeling jetzt das Nachrichtengeschäft aus der Hand gibt. Nachrichten sind ein wichtiger Bestandteil eines Vollprogramms. Es ist ein Irrweg, zu glauben, eine solche Kernkompetenz könnte einfach an Dritte ausgelagert werden, wie der Kantinenbetrieb oder wie IT-Dienstleistungen."
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Michael Hanfeld:
"Für N24 hätte es schlimmer kommen können. Seit der Mutterkonzern Pro Sieben Sat.1 Anfang des Jahres bekannt gegeben hatte, den Sender verkaufen zu wollen, war an Horrorszenarien kein Mangel. (…) Mit dem Verkauf von N24 stößt Pro Sieben Sat.1 den Sender ab, bindet ihn jedoch als Lieferanten ein. Das bietet Vorteile für alle. Vorteile, welche die Offerten übriger Bieter (fünf echte gab es) wie des Russen Dmitrij Lesnewski und die Eigner der Agentur ddp offenbar nicht boten. Je lauter diese um N24 buhlten, desto leiser wurde es um das ‚MBO‘ Team. Seit Mittwoch wissen wir warum, es war bis in die Nacht verhandelt worden. Die anderen Bewerber dürften davon aus der Presse erfahren haben."

Financial Times Deutschland.de, Ulf Brychcy:

"So könnte sich der passionierte Pferdezüchter (Stefan Aust, Anm. d. Red.) wieder in die erste Reihe der Medienbranche vorkämpfen. Die Energie dazu hat er allemal. Alles, was er macht, hat den Charakter einer Kampfansage. So bekannte Aust kürzlich: ‚Ein gutes Pferd frisst auch nicht mehr als ein schlechtes. Sprich: wennschon, dennschon!’"
Handelsblatt.com, Hans-Peter Siebenhaar/Joachim Hofer:
"Mit dem Verkauf von N 24 ist Pro Sieben Sat 1, Deutschlands größte Sendergruppe, ein Sorgenkind los. Denn mit Nachrichten lässt sich im deutschen Fernsehen kein Geld verdienen."
Taz.de, Daniel Bouhs:
"Der Konzern hat sich damit für die Option ‚Bequemlichkeit‘ entschieden – und übt seine publizistische Verantwortung nur noch mit Unterschriften unter Lieferverträge aus. Für die Konzernspitze ist das ein Befreiungsschlag: Ob sich News rechnen, kann ihm nun egal sein. Information gibt’s für den Sender jetzt zum Flatrate-Tarif. Kostenairbag inklusive. Auf die Mitarbeiter von N24 kommt mit dem Deal viel Neues zu. (…) Dass ausgerechnet N24, mit dem ProSiebenSat.1 einst gegen die gebührenfinanzierte Konkurrenz von ARD und ZDF antreten wollte, nun die öffentlich-rechtlichen Kanäle infiltrieren will, ist schon komisch."
Hamburger Abendblatt, Kai-Hinrich Renner:
"Damit hat der Journalist (Stefan Aust, Anm. d. Red.)  keine zwei Monate nach dem Scheitern seines Entwicklungsprojekts ‚Woche‘, dessen potenzielle Gesellschafter Anfang Mai absprangen, einen echten Coup gelandet."
DerWesten.de, Jürgen Overkott: 
"Letztlich wollte es Ebeling allen recht machen, allen voran den Hauptaktionären Permira und KRR. Der Verkauf von N24 erspart ihnen Verluste. Recht machen wollte es Ebeling aber auch der Politik. Deshalb ließ er sich auf journalistische Partner ein – und pries den Deal als ‚beste Lösung‘, gab sich ‚optimistisch, allen Interessengruppen gerecht geworden zu sein‘."

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