Maybrit Illner lästert über ARD-Talks

Die Talk-Reform ab 2011 in der ARD sorgt schon schon jetzt für gepflegte Lästereien bei der Konkurrenz. "Ob sich eine wachsende Zahl von ähnlichen Formaten in der ARD noch genug voneinander unterscheidet, muss man sehen", sagte die erfolgreiche ZDF-Talkerin der WAZ. Hintergrund: Mit dem Start von Günther Jauch am späten Sonntagabend 2011 wird die Talksendung von Anne Will vermutlich auf den Donnerstagabend geschoben. Dann läuft sie direkt gegen den Polit-Talk von Maybrit Illner im ZDF.

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Die Tagesthemen sollen nach der Reform der Spätschiene wochentags einheitlich um 22.15 Uhr beginnen, danach folgt von Montag bis Donnerstag jeweils eine Talkshow. RBB-Intendantin Dagmar Reim hat skizziert, dass sie sich "sehr gut vorstellen" kann, dass Reinhold Beckmann ("Beckmann") montags läuft, Sandra Maischberger ("Menschen bei Maischberger") dienstags, Frank Plasberg ("hart aber fair") mittwochs und Anne Will donnerstags. Sendezeit wäre jeweils 22.45 Uhr. Maybrit Illners Talk beginnt nach dem "heute journal" um 22.15 Uhr und läuft bis 23.15 Uhr. Damit würden sich die sehr ähnlichen Sendungen von Maybrit Illner und Anne Will um eine halbe Stunde überschneiden.

Eine weitere, allerdings unwahrscheinlichere Möglichkeit ist, dass Sandra Maischberger auf den Donnerstag wechselt. Ihr sei das egal, sagte Illner der WAZ, sie sei mit beiden befreundet und schlägt darum scherzhaft einen geteilten Bildschirm, einen Split-Screen vor. Ansonsten warte sie selbst "in Ruhe" ab und lobt das eigene Konzept: "Wir laufen schon seit Jahren mit unserem Talk nach einem Nachrichtenmagazin, dem ,heute-journal‘, und wir sind nicht schlecht damit gefahren." Zwar sagt Illner, sie sei "die Letzte, die der ARD schlaue Ratschläge" geben wolle, schiebt aber nach: "Die ARD wird sich überlegen, wo sie mit fünf Köpfen an sieben Tagen der Woche hin will. Das wird sie schon schaffen. Es ist ja auch noch ein Jahr Zeit."

Bei aller zur Schau getragenen Zurückhaltung: Zwischen den Zeilen klingt das nach wenig Begeisterung für die kommende Konkurrenz durch Anne Will. Das ist auch kaum verwunderlich. Gute Quoten mit einer politischen Talkshow am späten zu holen, ist schwer genug. Dass die ARD ein fast identisches Format gegen Maybrit Illner programmiert, macht die Sache nicht leichter. Ohnehin wird es ab 2011 ein Hauen und Stechen um die besten Gäste geben. Schon jetzt "verbrauchen" die im Schnitt 33 Talksendungen im deutschen Fernsehen 112 Gäste, hat die Bild ausgerechnet. Pro Woche! Und 2011 kommt dann noch Günther Jauch mit seiner neuen Show dazu. Eine regelrechte Talk-Inflation.

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