Der Web-Hype um „Schland O Schland“

Plattenvertrag statt Klage! Der WM-Song "Schland O Schland" der Studentengruppe "Uwu Lena" aus Münster wurde in den vergangenen Tagen über 425.000 mal bei Youtube angesehen. Dabei bedienten sich die Münsteraner Amateur-Musiker der Melodie des Grand-Prix-Songs "Satellite" von Lena Meyer-Landrut. Alle sangen mit, nur EMI Music Publishing nicht. Die ließen den Clip kurzerhand sperren. Nun erklingen ganz andere Töne, denn Lena-Entdecker Stefan Raab findet den WM-Hit "super".

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Das Rezept ist einfach: Man nehme einen erfolgreichen Grand-Prix-Hit, ein paar Studenten in Bierlaune und ein Land im WM-Fieber – fertig ist der YouTube-Hit. Wenn dann auch noch Eurovision-Sieger Stefan Raab die Daumen hochstreckt, klingelt auch schon die Plattenfirma an der Tür.

Die Studentenband "Uwu Lena" hat sich den Song "Satellite" zu eigen gemacht und kurzerhand einen WM-Hit draus gebastelt. EMI Music Publishing, der Musikverlag der Songwriter von "Satellite", war sauer und schon flatterte den Jungs aus Münster ein Anwaltsschreiben in die Studentenbude. Der Clip musste entfernt werden- aber was ein Mal Netz-Kult ist, kriegt so schnell keiner mehr tot. Zahlreiche Kopien hatten sich schon im Internet verbreitet.
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Stefan Raab konnte die Aufregung nicht nachvollziehen und pusht den Song nun persönlich. "Ich finde es super und möchte, dass die Jungs einen Plattenvertrag bekommen", so Raab gegenüber dem Focus. Raab versteht eben etwas von gelungenem Marketing und weiß, dass so eine WM-Parodie auch dem Original-Song eher nützt als schadet. Und siehe da, pünktlich zum zweiten Spiel der deutschen Nationalelf haben wir einen neuen WM-Song. Am Freitag wird der "Schland O Schland"-Song offiziell als Single auf den Markt geworfen. Dabei sei er gar nicht als kommerzieller Hit geplant gewesen, sagen die Macher.

Die beiden Satellite-Songwriter Julie Frost und John Gordon haben dem Cover mittlerweile zugestimmt und der Konzern Universal nimmt die Brüder Christian und Matthias Landgraf sowie deren Kumpel Nikolai Gaschütz unter Vertrag. "Der ‚Schland‘- Song erscheint in dem Joint Venture Universal/Raab TV", so eine Sprecherin von Raabs Produktionsfirma Brainpool gegenüber MEEDIA, "Stefan Raab ist nicht der Produzent."
Auf ihrer Homepage ist die Freude über den Plattenvertrag groß. "YEEEEEHAAAAAAAA!!! Wir sind drin! Das Warten hat ein Ende und wir dürfen weiter singen, jetzt erst recht und lauter lauter als je zuvor!!!!!", heißt es auf der Startseite. Auch auf Facebook werden die Studenten mit Glückwünschen überhäuft. "Uwu Lena" haben ihr Sommermärchen jedenfalls schon jetzt sicher. Happy End inklusive.

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