Medienumsätze: China überholt Deutschland

Die Umsätze der chinesischen Medienbranche werden 2011 erstmals größer als die der deutschen Branche sein. Das prognostiziert zumindest die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers in der neuesten Ausgabe ihrer jährlich erscheinenden Studie "Global Entertainment and Media Outlook". Demnach werden in China 2011 voraussichtlich 95 Mrd. US-Dollar umgesetzt, in Deutschland 92 Mrd. Besondere Zuwachsraten sieht PwC weltweit weiterhin vor allem im Online-Werbemarkt.

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Der chinesische Medienmarkt wird damit 2011 die Nummer 3 der Welt. Nur die USA (446 Mrd. US-Dollar) und Japan (171 Mrd. US-Dollar) setzen noch mehr Geld in den Medienbranchen um. China wird sich in den kommenden Jahren mit der höchsten Zuwachsrate der führenden Märkte weiter nach oben vorkämpfen, bis 2014 soll die chinesische Branche laut PwC auf 134 Mrd. US-Dollar Umsatz wachsen. "Chinas Medienmarkt bietet trotz staatlicher Zensur und weiterhin bestehender Probleme beim Schutz geistigen Eigentums ein enormes Potenzial. Westliche Konzerne sollten daher Geschäftsmodelle entwickeln, die den besonderen Marktbedingungen Rechnung tragen. Ein Rückzug aus China ist keine sinnvolle Option", sagt Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft veröffentlicht jährlich seinen Ausblick auf die weltweite Entwicklung in den Medienmärkten. Analysiert werden dabei die Segmente Internet (Werbeeinnahmen und Zugangsentgelte), Fernsehen (Werbung, Gebühren und andere Entgelte, beispielsweise für Pay-TV), Musik (u.a. Tonträgerverkauf und Downloads), Film (Kino, DVD-Verkauf und -Verleih sowie Downloads), Videospiele, Radio, sowie Verkaufs- und Werbeerlöse der klassischen, überwiegend nicht-elektronischen Medien (Zeitungen, Fach- und Publikumszeitschriften sowie Bücher) und Außenwerbung.

Für 2010 prognostiziert PwC weltweit ein nur moderates Branchen-Wachstum von 2,6% auf 1,36 Billionen US-Dollar, in Deutschland sogar nur eins von 1,6% auf 89,9 Mrd. US-Dollar. Sprich: Die Umsätze würden den Rückschritt aus 2009 nicht wettmachen und blieben hinter dem Jahr 2008 zurück. Deutlich stärker wachsen die digitalen Medienumsätze, also die mit Internet-Zugängen, Musik- und Film-Downloads, Online-Werbeeinnahmen, Video-on-Demand, E-Books, etc. So sind die weltweiten Umsätze selbst im Krisenjahr 2009 um 10,2% gestiegen, während die der traditionellen Medien um 6,4% gefallen sind. Bis zum Jahr 2014 sollen die digitalen Medien ihren Anteil am Gesamtumsatz von jetzt 24% auf dann 33% erhöhen, wenn PwC Recht behält.

Einen Anteil an den positiven Digital-Zahlen hat auch der Online-Werbemarkt, der laut der Studie bis 2014 weltweit jährlich um 11,4% stiegen sollen. Mit Umsätzen von 103,8 Mrd. US-Dollar wäre das Netz dann das zweitgrößte Werbemedium hinter dem Fernsehen. In Deutschland würde das Internet das Fernsehen mit 7,5 Mrd. US-Dollar zu 5,9 Mrd. US-Dollar sogar überholen, bliebe aber hinter dem Zeitungsmarkt, der laut PwC auch 2014 das wichtigste Werbemedium des Landes bleiben würde.

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