Welt-Chef Peters klagt gegen Middelhoff

Das Handelsblatt berichtet von einem interessanten Prozess vor dem Landgericht Essen. Der Chefredakteur von Axel Springers Welt-Gruppe, Jan Eric Peters, verklagt den ehemaligen Vorstandschef von Arcandor, Thomas Middelhoff, auf Schadenersatz. Peters will 50.000 Euro, weil er aufgrund von Aussagen des Managers im Jahr 2008 in Arcandor-Aktien investiert hat - und verlor. Peters wirft Middelhoff eine vorsätzliche Falschaussage vor. Er habe damals die Lage bei Arcandor als besser dargestellt als sie war.

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"Ich arbeite selbst in einer AG und weiß, dass man die Lage seines Unternehmens nicht besser darstellen darf, als es ist", wird Peters vom Handelsblatt vor Gericht zitiert. Er bezieht sich vor allem auf ein Interview, das Middelhoff am 22. September 2008 dem Berliner Tagesspiegel gab. In dem Interview sagte er, eine Kapitalerhöhung bei Arcandor sei nicht geplant, das sei "völliger Quatsch". Peters, der damals noch nicht Chefredakteur der Welt-Gruppe war sondern die Axel Springer Akademie leitete, kaufte daraufhin 50.000 Arcandor-Aktien.

Als Arcandor-Sprecher Jörg Howe kurz darauf sagte, das die Reisesparte des Konzerns, Thomas Cook, nicht zum Verkauf stehe, kaufte Peters nochmal 20.000 Aktien nach. Am Ende gab es die Kapitalerhöhung, Thomas Cook wurde zum Verkauf gestellt und Arcandor ging schließlich pleite. Jan Eric Peters verlor 50.000 Euro mit dem Geschäft. Die Anwälte von Thomas Middelhoff argumentierten, die Aussagen des Managers vom 22. September in dem Interview seien wahr gewesen. Über die Kapitalerhöhung sei erst Tage später, am 28. September nachgedacht worden. Die Äußerungen des damaligen Sprechers Howe zu einem angeblichen Nicht-Verkauf von Thomas Cook seien lediglich "private Interpretationen" gegenüber einem Journalisten gewesen. Howe habe in diesem Fall nicht für den Vorstand gesprochen.

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