Ein Unfall, Bild.de & die PS-Werbung

Der Tod der 13-Jährigen Urenkelin von Nelson Mandela ist das erste tragische Ereignis, das den WM-Staat Südafrika überschattet. In gewohnter Boulevard-Manier ist Bild.de besonders nah am Thema und schildert das Drama in allen Facetten. Reichlich deplaziert wirkt dabei allerdings das Werbeumfeld. Der tragische Auto-Unfall ist flankiert von Spots der PS-Branche. Besonders unglücklich: die Banner-Werbung eines Auto-Herstellers, der ausgerechnet mit dem Slogan "Maximal Leben" seine Geländewagen anpreist.

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Wörtlich heißt es in dem Text: "Unser BILD.de-Reporter war vor Ort: Noch immer ist die Unfallstelle ein Ort der Verwüstung, noch immer liegen Trümmer des Autos herum – eine halbe Stoßstange und Teile vom Armaturenbrett – blutverschmiert." Der Fahrer soll nach Angabe der Zeitung betrunken gewesen sein, gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. 

Vor dem 34 Sekunden dauerndem Clip, in dem die Unfallstelle und die Wrackteile gezeigt werden, zeigt Bild.de unter anderem Reklame-Spots der Autofabrikate von Honda, Nissan, Ford und Mitsubishi. Darüber hinaus gibt es einen kurzen Werbefilm zur Vergleichsseite diesel-oder-benzin.de, in dem mit großen Lettern der jeweilige Treibstoff auf einer Rechentafel dargestellt wird.

Hintergrund des unglücklichen Zusammentreffens könnte ein Mechanismus sein, bei dem Anzeigen bestimmter Kunden so platziert werden, dass die Produkte vor allem solchen Artikel zugeordnet werden, die aufgrund bestimmter Schlüsselworte einen thematischen Bezug haben. Für Redaktionen wie Kunden ist dieses Zusammenspiel von Werbung und redaktionellem Umfeld oft nicht unproblematisch: Einerseits kann die Redaktion oft nicht einsehen, welcher Kunde neben welchem Artikel erscheint, zum anderen ist es oft auch schwer, die Werbung zur Zufriedenheit aller Beteiligten auszusteuern. In diesem Fall wäre eine händische Korrektur allerdings geboten gewesen.

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