Die 10 größten Zeitungsverlage Deutschlands

Die Tageszeitungen verlieren massiv an Auflage und die Dominanz der größten Verlage lässt leicht nach - das sind zwei der Ergebnisse aus der neuesten Aktualisierung der Studie zur Konzentration der Tagespresse vom renommierten Zeitungsforscher Horst Röper. So hat sich der Marktanteil der 10 größten Verlage leicht verringert - von 58,5% auf 58,1%. Die Top 5 verlor sogar 1,1 Punkte - von 44,8% auf 43,7%. Einen Sprung von Platz 8 auf 6 hat Madsack gemacht - wegen zahlreicher Übernahmen.

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Die Studie, deren aktuelle Ausgabe dieser Tage in der Fachzeitschrift Media Perspektiven erschienen ist, wird von Röper seit vielen Jahren durchgeführt. Sie bietet daher einen interessanten Blick auf die Entwicklungen im deutschen Zeitungsmarkt. Röper wertet für seine Studie die IVW-Auflagen aus – für die aktuelle Ausgabe die des ersten Quartals 2010 – und weist sie den einzelnen Verlagen bzw. Konzernen zu. Auch Beteiligungen kommen dabei in die Wertung.

Auflagenstärkster Tageszeitungsverlag Deutschlands bleibt auch 2010 die Axel Springer AG. Mit einem Marktanteil von 19,6% liegt sie meilenweit vor der zweitplatzierten Südwestdeutschen Medien Holding (SWMH), zu der u.a. die Süddeutsche Zeitung, die Freie Presse und die Rheinpfalz gehören und die auf einen Marktanteil von 8,6% kommt. Springer hat im Vergleich zu 2008 allerdings 2,5 Marktanteilspunkte verloren. Der Grund dafür ist klar: Der Konzern hat seitdem zahlreiche Beteiligungen an Tageszeitungen verkauft, u.a. an der Ostsee-Zeitung, der Leipziger Volkszeitung und den Lübecker Nachrichten. Zudem hat sich die Bild-Auflage seit 2008 deutlich verkleinert.

Die Marktanteile der Verlage auf den Rängen 2 und 3, SWMH und WAZ, haben sich kaum verändert, der des viertplatzierten DuMont Schauberg hingegen deutlich. Zwar blieb man auf Platz 4, allerdings nun nicht mehr mit einem Marktanteil von 4,2%, sondern mit einem von 5,5%. DuMont Schauberg übernahm 2008 bekanntlich die Berliner Zeitung, den Berliner Kurier und die Hamburger Morgenpost – daher der Sprung. Hinter Ippen folgt dann Madsack. Auch dort gab es einen Marktanteilszuwachs – von 2,5% auf 4,0% und damit einen Sprung von Rang 8 auf 6. Madsack übernahm wesentliche Teile der Springer-Regionalzeitungen, kaufte also einen gewissen Springer-Marktanteil ab.

Ergänzt wird die Top Ten der Tageszeitungsverlage von der F.A.Z. (3,1%), der ddvg (3,0%), Holtzbrinck (2,3%) und der Rheinischen Post (2,0%), die neu in der Top Ten vertreten ist. Trotz einzelner Marktanteilsverschiebungen – der Branchentrend ist für Röper klar: "Der Auflagenverlust der Tagespresse ist enorm und anhaltend", so der Forscher in seiner Studie. Die Kaufzeitungen haben demnach seit 1995 mehr als ein Drittel ihrer Auflage verloren, die Abonnementzeitungen immerhin mehr als 20%.

Die komplette Studie "Daten zur Konzentration der Tagespresse in der Bundesrepublik Deutschland im I. Quartal 2010" lässt sich auch online – unter http://www.media-perspektiven.de/ – nachlesen.

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