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Bei Platinnetz.de ist nicht alles Gold

Das Best-Ager-Portal Platinnetz.de galt bis vor kurzem noch als Erfolgsmodell unter den Online-Investments des Holtzbrinck Verlags. Nach einem verkorksten Facelift Ende März macht die Community ihrem Unmut über die Aktion jetzt Luft. Der Widerstand der Mitglieder sei konsequent ignoriert worden, so der Tenor der Kritik. Fest steht: Die Userzahlen sinken. Geschäftsführer Stefan Vosskötter zu MEEDIA: "Wie bei fast jedem Relaunch gibt es kritische Stimmen zum Design, zur neuen Nutzerführung."

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"Unser Supportteam hat sich allen Beschwerden und Verbesserungsvorschlägen angenommen. Dies ist uns sehr wichtig", erklärt der Platinnetz-Chef. Neben den generellen Beschwerden über den Relaunch der Seite gab es auch handfeste Datenschutz-Vorwürfe. Demnach sei es Mitgliedern möglich gewesen, private Nachrichten fremder Accounts einzusehen. Vosskötter dazu: "Als wir von Nutzern auf eine mögliche Fehlfunktion aufmerksam gemacht wurden, haben wir das System umgehend gründlich getestet und konnten einen Missbrauch von Nutzerdaten ausschliessen."
Dies mag vielleicht auch der Grund dafür sein, dass die Seite für einige Zeit nicht erreichbar war. Die Community bemängelte, dass man weder die neue noch die alte Platinnetz-Version ansurfen konnte. "Sowohl Platinnetz.de, als auch Beta.Platinnetz.de zeigen nur einen Hinweis auf die Bauarbeiten. Witzig ist, dass in diesem Hinweis die Nutzung der ‚alten‘ Version empfohlen wird, die jedoch nicht erreichbar ist", so der Wortlaut in einer Beschwerde-E-Mail, die MEEDIA erreicht hat.
"Wir mussten im Rahmen des Relaunchs einige wichtige Systemänderungen an der Plattform vornehmen und haben uns entschlossen, dies in der Nacht zu tun, da zu diesem Zeitpunkt relativ wenige Nutzer auf der Plattform sind. Wir haben uns entschieden, die Nutzer nicht wieder auf die alte Plattform zu leiten, daher waren beide Plattformen für wenige Stunden offline", so die Begründung Vosskötters für den Ausfall beider Seiten.
Den stärksten Vorwurf, nämlich dass man die kritische Berichterstattung unterdrückt habe, weist der Holtzbrinck-Manager jedoch weit von sich. Angeblich sei ein kritischer Artikel von Deutsche-Startups.de – auch Teil der Holtzbrinck-Familie und Vosskötter direkt unterstellt – nicht freigegeben worden. "Die redaktionelle Hoheit bei Deutsche-Startups.de liegt bei Chefredakteur Alexander Hüsing. Der Artikel zu Platinnetz auf Deutsche-Startups.de enthält verschiedene kritische Kommentare zum Relaunch. Ich habe keine Kenntnis davon, dass dort irgendetwas nicht frei gegeben wurde", sagt Vosskötter.
Jenseits dieses Disputs zwischen Usern und Betreibern sprechen die Besucherzahlen eine deutliche Sprache. Laut IVW erreichte das Netzwerk im Februar nur noch 711.125 Visits. Das entspricht einem Minus im Vergleich zum Vormonat von 12 Prozent. Wie MEEDIA mitgeteilt wurde, seien die aktivsten Mitglieder seit dem Relaunch Ende März aus der Community ausgetreten.
"Wir versuchen, das neue Platinnetz so zu gestalten, dass sich alle Mitglieder wohl fühlen. Es ist nicht einfach, alle zufrieden zu stellen", sagt der Platinnetz-Chef. Die Rate von Anmeldungen zu Abmeldungen in den letzten Wochen weise allerdings keine besonderen Schwankungen auf.
Nachtrag, 11. Juni 2010, 12:15 Uhr: Die Kommentarfunktion unter diesem Artikel wurde abgestellt. Die Redaktion

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