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Hormone & Heirat statt Bits & Bytes

Burda legte einen gelungenen Auftakt des neuen Kongress Events DLD Women hin. Das Ganze ist eine Erweiterung des etablierten Digital Life Design Events, der Anfang des Jahres stattfand. Im Deutschen Museum in München lauschten ca. 500 Gäste, rund die Hälfte davon zahlende Teilnehmer, den Panels und Vorträgen unter der Überschrift "The Female Decade". Dabei ist es gar nicht so einfach, ein Frauen-Event ganz ohne Klischees zu präsentieren – denn manchmal sind Klischees ja auch ganz erfreulich.

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Dass sich Frauen besser – vor allem bunter – kleiden und mehr Wert auf Körperpflege und gutes Essen legen als mancher Mann, ist zunächst einmal kein Nachteil. Als kleine Nachhilfe, dass man sich auf dem DLD Women (!) befindet, stand ein Deo auf der Herrentoilette. Immerhin eines von der Burda-hauseigenen Marke Playboy.

Beim DLD Women geht es in Vielem, schon wieder so ein Klischee, gefühliger zu. So handelte der erste Tag um den fraulichen Willen zur Macht, bzw. den Mangel an demselben. Es ging und geht um Lebenskonzepte (Doris Dörries‘ "Concept of no Concept"), um Erotik und Kapital (lässig anmoderiert vom Verleger-Sohn Jacob Burda), darum wie man seine Kinder vor Schlimmen Sachen im Internet schützt, Eifersucht, Konsum, Fashion und Bücher (Paul Coelho). Die Rolle der Frau in der Arbeitswelt schwebte vor allem am Vormittag als das große Thema über der Konferenz.

Es gibt halt auch in den Medien zu wenig Frauen in echten Führungspositionen. Eine der wenigen ist Bunte-Chefin Patricia Riekel, die auf dem DLD Women nicht fehlen dufte. "Frauen wollen immer noch Alpha-Tiere", rief die Bunte-Chefin und Lebenspartnerin von Alpha-Journalist Helmut Markwort ins Publikum. Eine weitere Weisheit Frau Riekels: "Es gibt nichts Feindlicheres im Berufsleben als eine andere Frau." Aus dem Mund einer gestandenen Chefredakteurin muss man die Diagnose Stutenbissigkeit wohl ernst nehmen.

Die großen Panels am ersten Tag wurden dann aber doch wieder von Männern moderiert: "Leadership in the Female Decade" vom neuen Focus-Chefredakteur Wolfram Weimer und "The Future of Media from a Female Perspective" von Focus Online-Leiter Jochen Wegner. Ganz ohne Alpha-Männchen geht’s offenbar doch nicht.

Ach ja, die Klischees. Beim "normalen"- Machos sagen "beim richtigen" – DLD hätten die Organisatoren wohl kaum Gaukler und Wahrsagerinnen unter’s Volk geschickt, die einen bei der Nahrungsaufnahme auf die Schulter tippen und freundlich fragen, ob sie einem das Leben vorhersagen dürfen. Später vielleicht, im nächsten Leben.

Einen Glanzauftritt hatte mal wieder Maria Furtwängler-Burda, die als Chairwoman ganz in weiß souverän durch das Programm führte. Sie moderiert am zweiten Tag auch persönlich das medizinisch ausgerichtete Panel "Hormons steering Power".
DLD Women statt DLD – das ist ein bisschen so wie Hormone und Heiraten statt Bits und Bytes. Okay, das ist jetzt vielleicht sehr platt zusammengefasst, aber der Autor hier ist schließlich nur ein Mann.

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