TV-Profis gewinnen Springer-Wettbewerb

Diesmal geht der Scoop nicht an ein journalistisches Talent mit einer überzeugenden Idee, sondern an zwei erfahrende Medien-Profis. Aus rund 1.200 Bewerbungen hat sich der Entwurf des Debatten-Projektes Talk to the Enemy von Sabine Streich und Katrin Eigendorf durchgesetzt. Ihre Idee: Je fünf junge Protagonisten aus zwei verfeindeten Lagern werden von den beiden Scoop-Gewinnerinnen als Videoblogger geschult. Sie sollen dann ihr Lebenswelten und Perspektiven abbilden.

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Im Zentrum der neuen Webseite, die allerdings noch nicht online ist, sollen neben zahlreichen Web 2.0-Features vor allem authentisches und exklusives Filmmaterial stehen. Laut Pressemitteilung solle so "Konflikte pointiert aufbereitet, argumentativ ausgetragen und von der Community diskutiert werden".

Hinter dem Projekt steht die ZDF-Redakeurin Katrin Eigendorf und die Videojournalismus-Beraterin Sabine Streich. Ihre Idee ist nicht neu: Erste Erfahrungen mit einer ähnlichen Projektanordnung sammelten die beiden bei der ZDF-Plattform "Real Time Players".

"Wichtigstes Ziel ist es, Gegensätze ungefiltert darzustellen. Wir möchten die Diskussion darüber immer wieder neu beleben und den User zur Interaktion anspornen", sagt Katrin Eigendorf. Mögliche Themen für Talk to Enemy.de sind Fragen wie sind Soldaten Mörder? Sind Umweltschützer gut? Was trennt die Parteien im Nahost-Konflikt? Was deutsche und holländische Fußballfans?

"Konflikte sind der Urstoff journalistischer Arbeit. Das Projekt hat uns überzeugt, weil es das Potenzial hat, eine neue Streitkultur zu entwickeln und so auch eine junge Zielgruppe anzusprechen", fasst Marc Thomas Spahl, Direktor der Axel Springer Akademie, das Urteil der SCOOP-Jury zusammen. In der Jury saßen u. a. Oliver Berben, Musikproduzent Tim Renner sowie die Spiegel Online-Chefin Katharina Borchert.

Um den ersten Scoop im Jahr 2007 bewarben sich rund 2.000 Journalisten, gestandene Medienprofis und Kreative. Das Rennen machte letztendlich das Zeitschriftenkonzept "Humanglobaler Zufall" von Dennis Buchmann. Im Mittelpunkt des Magazins standen Geschichten von Menschen rund um den Globus, die der Zufall zusammengeführt hat. Das Format war auf vier Ausgaben begrenzt und erschien von April bis Dezember 2008.

Bis zum Start von Talk to Enemy dauert es allerdings noch. Bis Mitte August wird nun die Website aufgebaut, das erste Thema und die Protagonisten ausgewählt und diese technisch und journalistisch geschult.

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