IVW: Top-50-Ranking der News-Websites

Insgesamt war der Mai für die Online-Nachrichtenbranche ein toller Monat. Die Euro-Krise, die Rücktritte von Koch und Köhler und der Lena-Hype haben fast allen Kontrahenten mehr Publikum beschert als im April. Doch es gibt Unterschiede und Ausnahmen. So gehören zu den größten Gewinnern vor allem Sites mit Wirtschafts-Schwerpunkt wie Handelsblatt.com, FTD.de und WirtschaftsWoche. Zu den vier Verlierern in der Top 50 gehören ausgerechnet Springers Paid-Content-Versuche in Hamburg und Berlin.

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Das Hamburger Abendblatt verlor 5,3% seiner April-Visits und damit so viel wie kein anderes News-Angebot in der MEEDIA-Top-50. Noch bitterer für das Abendblatt: Konkurrent Hamburger Morgenpost legte gleichzeitig um 19,3% zu. In Berlin sieht es ähnlich aus: Springers Berliner Morgenpost verlor 1,7% auf 2,40 Mio. Visits und liegt damit nun nicht nur hinter dem Tagesspiegel, der mit 4,05 Mio. Visits längst enteilt ist, sondern nun auch hinter der B.Z., die um 22,7% auf 2,43 Mio. Visits zulegen konnte.

Zu den großen Gewinnern gehören wie erwähnt die Websites mit Wirtschafts-Schwerpunkt. Das Handelsblatt gewann dabei deutliche 17,9% hinzu, das manager magazin 12,6% und die WirtschaftsWoche 18,6%. Einzig die FTD blieb mit einem Plus von 7,0% in etwa auf Normalniveau der Top 50. Schön für das Handelsblatt: Nach drei Monaten hinter dem Erzfeind FTD hat man ihn nun wieder überholt – und das gleich relativ klar. Einen weiteren Überholvorgang gab es direkt dahinter: DerWesten gewann 10,9% hinzu und schob sich damit vor den Express. Damit belegt die WAZ-Website nun immerhin wieder Platz 2 in NRW – hinter RP Online.

Die beiden größten prozentualen Gewinner in der ersten Hälfte unserer Top 50 heißen taz.de (+20,7%) und Hamburger Morgenpost (+19,3%), die beiden Verlierer sind das Hamburger Abendblatt (-5,3%) und die Augsburger Allgemeine (-0,6%). Ganz vorn bleibt alles beim Alten, auf den ersten zehn Plätzen gab es keine Verschiebungen. Wie positiv der Mai für die Nachrichtenbranche lief, zeigt auch die Tatsache, dass neun der Top-Ten-Angebote neue Alltime-Rekorde aufgestellt haben. Einzig sueddeutsche.de blieb unter der Bestleistung aus dem März.

Auch auf den Plätzen 26 bis 50 des MEEDIA-Rankings gibt es 23 Gewinner und zwei Verlierer. Nach unten ging es lediglich für die Berliner Morgenpost und Volksfreund.de, besonders deutlich nach oben u.a. für die BZ-Berlin (+22,7%), sicher wegen des Lena-Hypes für die Hannoversche Allgemeine Zeitung (21,2%) und für The Local (+24,2%), wo aber nur 27% der Visits aus dem Inland stammen.

Eine ausführliche Analyse der IVW-Zahlen abseits der Nachrichtenbranche finden Sie an dieser Stelle.

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