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Gauck: Web-Hype um den Gegen-Wulff

Wenn das Internet den Bundespräsidenten wählen dürfte, gäbe es aktuell wohl nur einen Sieger: Joachim Gauck. Angestachelt durch die überraschende Parteinahme von Springers BamS und WamS für den SPD- und Grünen-Kandidaten, gab es den ganzen Sonntag über via Twitter oder Facebook unzählige Pro-Gauck-Kommentare. Höhepunkte der Beifallsbekundungen: Die MyGauck-Aktion der Webevangelisten, eine taz-Idee für private Pro-Gauck-Montagsdemos und die Online-Petition Wir für Gauck.

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Wenn das Internet den Bundespräsidenten wählen dürfte, gäbe es aktuell wohl nur einen Sieger: Joachim Gauck. Angestachelt durch die überraschende Parteinahme von Springers BamS und WamS für den SPD- und Grünen-Kandidaten, gab es den ganzen Sonntag über via Twitter oder Facebook unzählige Pro-Gauck-Kommentare.  Höhepunkte der Beifallsbekundungen: Die MyGauck-Aktion der Webevangelisten, eine taz-Idee für private Pro-Gauck-Montagsdemos und die Online-Petition Wir für Gauck.

Unter Wir-fuer-gauck.de soll sich jeder eintragen, der auch der Meinung ist, dass "Joachim Gauck Bundespräsident wird". Innerhalb weniger Stunden hatten bereits 316 Sympathisanten virtuell unterzeichnet. Als Begründung liefert das schnell von Nico Lumma programmierte Web-Formular ein Zitat von Angela Merkel. Sie sagte zum 70. Geburtstag von Gauck damals noch nichtsahnend, dass er Monate später um das Bundespräsidenten-Amt kandidieren würde: "Weil wir immer wieder Debatten brauchen, weil wir uns immer wieder miteinander austauschen müssen, ist es so gut, dass wir Sie, Herr Gauck, haben. Denn Sie legen den Finger in die Wunde, wenn Sie eine Wunde sehen, aber Sie können auch Optimist sein und sagen: Es geht voran. Beides brauchen wir. Danke, dass es Sie gibt. Danke, dass Sie weiter da sind."

Eine weitere Online-Petition für den ehemaligen Stasi-Aufklärer als Bundespräsidenten gibt es bei Petitiononline.com.

Den passenden Link zum Merkel-Zitat liefert Romanus Otte, General Manager Welt Online. Er zwitscherte: "Lesetipp: Angela Merkels hymnische Lobesrede auf Joachim #Gauck zu dessen 70. im Januar http://tinyurl.com/37ufpy7."

Der Tweet passt wunderbar zur Titelseite der Welt am Sonntag. Die WamS macht auf mit "Gauck fliegen liberale Herzen zu". Die Bild am Sonntag setzt möglicherweise den Slogan der kommenden Tage. Sie textet: "Yes, we Gauck".

Einer der Höhepunkt der Pro-Gauck-Aktivitäten im Netz ist allerdings eine Aktion des Web-Beraters Thomas Pfeiffer. Für seine Agentur Webevangelisten.de programmierte er das Mygauck-Bild. "Das Mosaik besteht aus 1.213 Twitter-Avataren von Menschen, die einen Tweet mit #mygauck getwittert haben", erklärt sich das Projekt. "Wenn Sie auch hier erscheinen möchten, twittern Sie einfach einen beliebigen Text mit #mygauck."
Natürlich hat der Bundespräsidenten-Kandidat auch eine eigene Facebook-Fanseite. Mittlerweile zählt sie immerhin schon 7.276 Mitglieder.

In seinem Blog greift Felix Schwenzel "einen faszinierenden Gedanken" von Detlef Guertler auf. Der Taz-Blogger entwickelt die Idee einer Montagsdemonstration: "Jeder mache an jedem Ort an jedem Montag um 17 Uhr Wahlkampf für Joachim Gauck, so gut er eben kann. Ob durch Abhaltung einer Demo oder eines Flashmobs, ob durch eine Schweigeminute oder eine Redeviertelstunde im Büro. Ob durch Tragen eines Go-for-Gauck-T-Shirts oder durch Verstreuen von als verkollerte Stasi-Akten verkleidetem Konfetti – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt."

Schwenzel ist begeistert von der Idee und merkt süffisant an: "Das wäre doch mal eine prima Gelegenheit die angebliche Kampagnenfähigkeit des Blog-, Facebook-, Twitter- und Internetcommunitybenutzer-Dings mal auszutesten." Er selbst fordert sich zumindest schon einmal auf, vier Wochen lang für Gauck zu kämpfen.

Ein besonderes Schmankerl liefert Mario Sixtus. Der pausierende Elektrische Reporter verlinkt auf das unten stehende Titanic-Cover. 

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