Kommt das neue iPhone schon im Juni?

Montagabend, 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit, ist es wieder soweit: Steve Jobs betritt in Jeans, Rollkragen und New-Balance-Sneakern die Bühne des Moscone West Center in San Francisco und präsentiert "das" neue Ding aus Cupertino. Was vorgestellt wird, war bisher immer ein streng gehütetes Geheimnis. Doch dieses Mal spricht einiges dafür, dass die Apple-Gemeinde ein neues iPhone bekommt. Was für ein iPhone HD spricht, was außerdem vermutlich vorgestellt wird und warum Gizmodo draußen bleiben muss.

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Montagabend, 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit, ist es wieder soweit. Steve Jobs betritt mit Jeans, Rollkragen und New-Balance-Sneaker ausgestattet die Bühne des Moscone West Center in San Francisco und präsentiert seinen neuesten Wurf aus Cupertino. Schon vor drei Wochen wurden iPhone-, iPad- und Mac OSX-Entwickler zur jährlichen Worldwide Developer Conference eingeladen. Die über 5000 Tickets zum stolzen Preis von 1.500 US-Dollar waren in einer Rekordzeit von acht Tagen ausverkauft. Die fünftägige Veranstaltung findet vom 7. Juni bis 11. Juni statt und ist darauf ausgerichtet, erfahrenen Entwicklern einen besseren Zugang zu fünf Apple-Technologien zu vermitteln: Application Frameworks, Internet & Web, Graphics & Media, Developer Tools und Core OS.

Treffpunkt für Kultisten
Apple-Ingenieure werden über 100 lösungsorientierte, technologisch-spezifische Sessions abhalten. Die WWDC 2010 ist für die Szene eine Chance, sich unter Gleichgesinnten auszutauschen. Den normalen Macuser dürfte das nur wenig interessieren. Viel interessanter ist, dass auch die diesjährige Entwicklermesse mit einer Keynote von Steve Jobs eröffnet wird. Und auf eben diesen Keynotes stellt der Apple-Boss gerne die neuesten Entwicklungen aus Cupertino vor.

Was genau das Thema der Keynote sein wird, ist vorher natürlich nicht bekannt. Eigentlich. Doch seit etlichen Wochen und Monaten tauchten immer wieder Bilder des vermutlich neuen iPhones auf. Dass das mittlerweile fast ein Jahr alte 3GS abgelöst wird, scheint sehr wahrscheinlich. Als Neuerungen sind eine zweite Kamera (auf der Vorderseite; für Videochats), eine verbesserte Rückseitenkamera (fünf Megapixel, mit Blitz), ein höher auflösendes Display (vermutlich mit 960 mal 480 Bildpunkten), ein größerer Akku, ein stärkerer Prozessor, bis zu 64 GB Speicherkapazität und ein von 256 auf 512 MB vergrößerter Arbeitsspeicher im Gespräch. Angeblich soll das neue iPhone bereits in diesem Monat ausgeliefert werden.

Ende einer PR-Posse
Begonnen hatte die PR-Posse um verschwundene Prototypen mit ein paar Bieren über den Durst. Der 27 Jahre alte Gray Powell, seines Zeichens Software-Entwickler bei Apple in der Abteilung für iPhones, hatte das Gerät in einem deutschen Biergarten in San Jose nach einigen Gläsern zu viel vergessen. Der Programmierer berichtete über die Qualität des Gerstensaftes auf seiner Facebook-Seite, die er über den Prototypen mit Nachrichten fütterte. Ein Sitznachbar fand das Gerät, nahm es mit nach Hause, konnte es aber am nächsten Morgen nicht mehr benutzen, da es per MobileMe ferndeaktiviert worden war.

Das Skurrile: Trotz mehrfacher Anrufe wollte der Apple-Kundenservice dem Finder nicht weiterhelfen. Niemand schien den jungen Mann ernst zu nehmen. Wochen später landete das Gerät beim US-Gadget-Blog Gizmodo. Die Redaktion kontaktierte den jungen Programmierer, der sichtlich bedrückt klang und nur darauf verweisen konnte, dass sich bald jemand von Apple melden werde. Als wäre der Vorfall für Apple nicht schon peinlich genug, kontaktierte der Konzern zudem die Redaktion von Gizmodo. Der Grund: Apple wollte sein iPhone zurück. Die Redaktion sei im Besitz eines Gerätes, das Apple gehöre. Man bitte um Infos, wo man das Gerät abholen könne. Die knackige Antwort der Redaktion: "Jetzt, wo wir wissen, dass es wirklich Ihnen gehört, sind wir froh, dass es zu seinem rechtmäßigen Eigentümer zurückkommt.

Gizmodo muss draußen bleiben
Im Zuge von Untersuchungen der US-Behörden kam es dabei auch zu einer Hausdurchsuchung bei einem Gizmodo-Journalisten, die von Bürgerrechtlern und Medienunternehmen heftig kritisiert wurde. Apple-Chef Steve Jobs sprach zuletzt im Zusammenhang mit der "iPhone-Affäre" auf der Technologiekonferenz D8 von "Nötigung" durch das Techblog. Die Konsequenz: Gizmodo muss draußen bleiben. Auf Anfragen nach einer Akkreditierung für die Keynote-Adresse von Unternehmenschef Steve Jobs bei der WWDC reagierte Apple nicht. Der Live-Blog von der Keynote wird für die Blogger dieses Jahr wohl ausfallen.

Neben vielen verwaschenen Bildern sprechen weitere Indizien für ein neues iPhone. Wie der amerikanische Blog Boy Genius Report nun herausgefunden haben will, soll Apple den Versand des veralteten iPhone 3G an den Telefonanbieter AT&T gestoppt haben. Außerdem soll AT&T keine weiteren Geräte mehr nachbestellen. Genauso ist Apple vorgegangen, als es 2009 das 3GS vorstellte. So sind immer nur zwei iPhone-Generationen im Handel.

Außerdem soll Steve Jobs selbst auf eine E-Mail-Anfrage eines Benutzers, der wissen wollte, ob man den jüngsten Ankündigungen von Google bezüglich Android etwas entgegenzusetzen habe, knapp geantwortet haben: "You won’t be disappointed".

Ein Gerücht hält sich ebenfalls hartnäckig: Steve Ballmer soll angeblich der Apple-Messe einen Besuch abstatten. Laut des Global Equities Research-Analysten Trip Chowdry sollen sieben Minuten der diesjährigen Eröffnungsrede für eine Präsentation von Microsoft vorgesehen sein. Möglicherweise haben sich Microsoft und Apple doch lieber, als man annehmen mag. Ob der Microsoft-CEO allerdings tatsächlich den Weg zur kommenden Apple-Keynote finden wird, darf man auch auf Grund von kollidierenden Terminen bezweifeln: Microsofts Messe TechEd North America startet‘>.

Apple TV
Neben dem neuen iPhone scheint ein Update des weniger bekannten Apple TV
sinnvoll. Google stellte vor kurzem auf seiner Konferenz Google I/O zusammen mit Sony, Intel und Logitech sein Projekt Google TV vor, das als Konkurrenzprodukt zu Apple TV gesehen wird. Dass Apple nun nachzieht, wäre nur logisch.

Laut eines Berichts des amerikanischen Technik-Blogs Engadget bekommt die neue Version von Apple TV ein viel kleineres Gehäuse, vergleichbar mit dem des iPhone. Zudem soll es nur 99 Dollar kosten. Allerdings wäre keine Festplatte mehr eingebaut, sondern nur 16 GB interner Speicher. Die Inhalte würden nicht mehr lokal gespeichert, sondern auf den Fernseher gestreamt werden. Als Betriebssystem käme das neue iPhone OS 4.0 zum Einsatz, als Hauptprozessor eine A4 CPU. Für Apple sind 99 Dollar ein absoluter Kampfpreis. Möglich, dass er durch eine Kooperation mit einem Video-on-Demand-Dienst gegenfinanziert wird.

Längst überfällig: Mac Pro und ein 27-Zoll-Display
Die Vorstellung neuer Mac Pro- und Xserve-Modelle gilt als überfällig. Gerüchten zufolge wird im nächsten Versionen der Arbeitstiere Intels neuer Xeon-Sechskernprozessor (Xeon 5600) zum Einsatz kommen. Auch ein Cinema Display mit 27 Zoll könnte auf der Keynote vorgestellt werden.
Kaum noch zu kriegen: Mac mini
Auch die Mini-Macs warten auf eine Generalüberholung. Nach Informationen von AppleInsider steht die Einführung neuer Mac minis offenbar unmittelbar bevor. Offenbar sind die aktuellen Modelle in den USA nur noch schwer zu bekommen. Als Neuerungen für die nächste Mac mini-Generation wären ein HDMI-Ausgang, schnellere Core 2 Duo-Prozessoren und größere Festplatten denkbar.
Veraltet: MacBook Air
Das ein Jahr alte MacBook Air dürfte kaum noch Abnehmer finden. Erst kürzlich stellte Intel spezielle Core i3-, Core i5- und Core i7-Prozessoren für den Einsatz in ultrakompakten Laptops vor. Es wird Zeit, Steve!

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