Zalbertus kopiert Demand Media

Mit den günstig produzierten Lokalsendern von Center TV krempelte Andre Zalbertus das Regional-Fernsehen um. Jetzt will sich der Medienunternehmer die Inhalte-Industrie im Internet vornehmen. Dazu kopiert Zalbertus die US-Erfolgsplattform Demand Media. Wenig kreativ soll – laut Manager Magazin – sein neues Angebot Demand Medien heißen. Der Dienst produziert passende Inhalte für Suchbegriffe, die gerade bei Google besonders gefragt sind, für die es bis dahin jedoch wenig weiterführenden Content gibt.

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Praktisch funktionieren diese Angebote, indem ein Algorithmus ermittelt, welche Nischen-Themen gerade besonders oft bei Google gesucht werden. die passenden Inhalte werden dann möglichst schnell und möglichst günstig produziert. Vertrieben werden die hergestellten Text- oder Videoinhalte über die eigenen Seiten oder Videoplattformen. Hauptsächlich finanzieren sich On-Demand-Angebote jedoch über Werbe-Kooperationen und Anzeigen auf der eigenen Seite.
Seine neue Content-Fabrik will der AZ Media-Gründer in Bochum starten. Produktionsbeginn soll im Juli sein. Potenzielle Kunden sollen offenbar Online-Medien oder Fernsehsender sein. "Wir verstehen uns als Partner, Inhaltelieferant und Distributionsweg der klassischen Medienhäuser. Nicht als deren Konkurrent", sagt Demand-Medien-Chef Zalbertus gegenüber dem Manager Magazin.

Das US-Vorbild Demand Media versorgt mittlerweile sogar Tageszeitungen mit Texten. Insgesamt schreiben 7.000 freie Journalisten und Autoren für die Nachrichten-Fabrik, die angeblich 200 Millionen Dollar jährlich umsetzen soll. Nach eigenen Angaben erreicht Demand Media 50 Millionen Nutzer. Auch AOL launchte im März dieses Jahres mit Seed.com einen ganz ähnlichen Service.
Die "FTD" nannte Demand Media- Gründer Richard Rosenblatt erst kürzlich den "Totengräber des Journalismus". Er selber sieht dieses Modell lediglich als Ergänzung zu den traditionellen journalistischen Inhalten. "Wir sind damit bestimmt nicht die Retter des Journalismus, aber wir zerstören ihn auch nicht", so Rosenblatt gegenüber der ftd. Ob Andre Zalbertus mit seinem geplanten Inhalte-Fließband einen ähnlich düsteren Ruf in Deutschland erlangen wird wie Rosenblatt, bleibt abzuwarten.

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