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Print-Verkauf: Geschacher um Newsweek

Im Verkaufspoker um das traditionsreiche US-Wochenmagazin, das derzeit noch der Washington Post Company gehört, haben sich bisher vier Interessenten gemeldet. Nachdem am Mittwoch die Frist für unverbindliche Angebote verstrichen war, gehören übereinstimmenden Medienberichten zufolge das konservative Medienhaus Newsmax und die Beteiligungsfirma Open Gate Capital zu den potentiellen Newsweek-Käufern. Dagegen ist Medieninvestor Haim Saban offenbar nicht mehr im Rennen.

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Christopher Ruddy, Chef des konservativen Medienhauses Newsmax (Newsmax Magazine), bekundete der New York Times gegenüber großes Interesse an der "unglaublich starken Marke". Die US-Beteiligungsfirma Open Gate Capital, die ebenfalls zu den Bietern gehört, hatte 2008 die US-Programmzeitschrift TV Guide gekauft. Auch Hedgefonds-Manager Thane Ritchie hat offenbar ein Angebot unterbreitet. Er hatte im vergangenen Jahr vergeblich versucht, das bankrotte Chicagoer Zeitungsimperium "Sun Times Media Group" zu übernehmen. Zudem hat Sidney Harman, der 91-jährige Mitgründer des HiFi-Riesen Harman Kardon, sein Interesse bekundet.
Wie die New York Times berichtete, prüfen derzeit auch Newsweek-Mitarbeiter und Redakteure eine eigene Kaufoption. Zur Höhe ihrer jeweiligen Angebote wollten sich die Kaufinteressenten zunächst nicht äußern.
Auch die Washington Post Company hat sich bisher nicht zu den Interessenten geäußert. Anfang Mai 2010 hatten die Hauptstädter angekündigt, das Nachrichtenmagazin verkaufen zu wollen. Durch den Zusammenbruch des US-Werbemarktes in der Rezession sei die Newsweek, die seit 1961 zu dem Medienkonzern gehört, stark unter Druck geraten. Seit 2007 waren die Einnahmen für Print-Anzeigen um mehr als die Hälfte auf 70 Mio. US-Dollar gesunken, der operative Verlust betrug 2009 mehr als 28 Mio. Dollar.
Durch Personalabbau und andere Kostensenkungen konnte das Magazin seine Verluste im ersten Quartal dieses Jahres reduzieren. Zudem wurde die garantierte Auflage von 2,3 auf 1,5 Millionen gesenkt. Noch in den 90er Jahren lag die Auflage der US-Ausgabe bei über drei Millionen.

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