„Das große Löschen“ beim WDR

80- 90 Prozent der Online-Beiträge des Westdeutschen Rundfunks müssen ab Juni endgültig von den WDR-Servern gelöscht werden. Dies besagt der 12. Rundfunkstaatsvertrag. Demnach gilt für die öffentlich-rechtlichen Internet-Angebote je nach Format eine spezielle Verweildauer.

Anzeige

Seit 1. Juni 2009 ist im Verweildauerkonzept festgeschrieben, welche öffentlich rechtlichen Inhalte wie lange im Netz verweilen dürfen. Aktuelle Themenangebote dürfen beispielsweise nur bis zu sieben Tage nach Ausstrahlung online abrufbar sein, andere Beiträge bis zu einem Jahr. Lediglich zeit- und kulturgeschichtliche Aufnahmen unterliegen keiner Verweilfrist. Beim WDR waren auch Unterhaltungs- und Serviceinhalte von der Löschaktion betroffen, die nicht in direktem Zusammenhang mit den Sendeinhalten stehen.

Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten selbst sind wenig begeistert von der auferlegten Löschoffensive. Nicht nur, weil dies mit Kosten und viel Aufwand verbunden ist, sondern auch, weil viele der online gestellten Beiträge eine Relevanz haben auch über die festgelegten Fristen hinaus.

Die Befürworter der Festlegung im 12. Rundfunkstaatsvertrag hingegen finden, der Internetauftritt der öffentlich-rechtlichen sei nicht mit ihrem Sendeauftrag vereinbar und gefährde die Vielfalt der Medienlandschaft. Der WDR definiert dies auf seiner Homepage jedoch folgendermaßen: "Der Begriff Rundfunk umfasst auch das Internet, zumal die Grenzen zwischen Radio, Fernsehen und Internet immer mehr verschwimmen. Das Telemedienangebot, also Internet und Videotext, gehören laut Rundfunkstaatsvertrag ausdrücklich zum Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender."

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige