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Apple-Chef Jobs: Nachhilfe für Verlagsleute

Kaum hat sich der Trubel nach dem internationalen Launch des iPads und dem Aufstieg zum wertvollsten Technologiekonzern der Welt gelegt, betritt Apple-Gründer Steve Jobs schon wieder die Bühne. Diesmal nicht, um ein neues Apple-Produkt zu präsentieren, sondern um die Fragen der "Wall Street Journal"-Technologiereporter Walt Mossberg und Kara Swisher bei der D8-Konferenz zu beantworten – und das unerwartet offen. Sogar für die Medienbranche hat Jobs Ratschläge parat.

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Kaum hat sich der Trubel nach dem internationalen Launch des iPads und dem Aufstieg zum wertvollsten Technologiekonzern der Welt gelegt, betritt Apple-Gründer Steve Jobs schon wieder die Bühne. Diesmal nicht, um ein neues Apple-Produkt zu präsentieren, sondern um die Fragen der „Wall Street Journal“-Technologiereporter Walt Mossberg und Kara Swisher bei der D8-Konferenz zu beantworten – und das unerwartet offen. Sogar für die Medienbranche hat Jobs Ratschläge parat.

Auf diese Sprechstunde haben Tech-Fans drei lange Jahre warten müssen. 2007 war es, als sich die am meisten verehrte Ikone des Silicon Valley zuletzt bei einer wichtigen Technologie-Konferenz blicken ließ und bereitwillig Auskünfte über die Zukunft von Apple gab. „D“ lautete das vom Wall Street Journal-Ableger „All Things Digital“ veranstaltete Event, auf dem Steve Jobs die Fachwelt seinerzeit wenige Woche vor dem Launch des ersten iPhones auf die Zukunft des mobilen Internets vorbereiten sollte.

Drei Jahre können eine lange Zeit sein. Tatsächlich sollte Apple mit dem iPhone die Mobilfunkindustrie revolutionieren, aber auch durch die Herausforderungen der Finanzmarktkrise und vor allem der schweren Erkrankung ihres Vorstandsvorsitzenden zumindest an der Börse in unruhigeres Fahrwasser geraten.  Dann kam Steve Jobs zurück – und das iPad in die Läden.

Steve Jobs bestärkt Verlagsbranche: „Wir brauchen Redakteure mehr denn je“

Eben auf diesem neuen Gerät lasten die Hoffnungen der Verlage, und Jobs weiß das.  Deshalb hatte der Apple-CEO für die darbende Medienbranche auch einen Ratschlag parat, die sich als Inhalte-Distributeur so viel vom iPad verspricht: „Seien Sie aggressiv bei der Preisgestaltung und zielen Sie auf den Massenmarkt“, erklärte Jobs: „Man muss hier anders als im Printgeschäft vorgehen. Ich glaube, dass die Leute bereit sind, für Inhalte zu zahlen, wie wir in der Musik- und Film-Industrie sehen.“

Gleichzeitig machte der Apple-Gründer klar, dass der Verlagsbranche seine Sympathien gehören: „Wir brauchen Redakteure mehr denn je“, erklärte Jobs, der sich besorgt über die dramatische Krise der US-Zeitungsindustrie zeigte und einen kleinen Seitenhieb für die Kostenlos-Kultur der Web 2.0-Ära parat hatte: „Ich hoffe nicht, dass wir zu einer Nation der Blogger absteigen“, erklärte der Apple-CEO. Warme Worte für  die darbende Verlagsbranche, die aber auch schließlich die Technologie-Konferenz veranstaltete.

Steve Jobs enthüllt: Tablet-Idee vor dem iPhone

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Wie der Apple-Gründer im Interview mit Walt Mossberg erklärte, schlummerte die Blaupause zum in diesen Tagen so heiß begehrten Tablet-Mac schon seit Jahren in den Entwicklungsabteilungen in Cupertino.  „Ich hatte die Idee eines Glass-Displays, eines Multitouch-Displays, auf dem man schreiben kann“, erklärte der weiter sehr schlanke Jobs im kalifornischen Rancho Palos Verdes den renommierten Technologiereportern vom „Wall Street Journal“, Kara Swisher und Walt Mossberg.

„Sechs Monate später kam unser Entwicklungsteam mit einem unglaublichen Display an“, so der Apple-CEO. „Mein Gott, dachte ich, daraus kann man ein Mobiltelefon machen. Dann haben wir das Mobiltelefon gebaut und das Tablet erstmal beiseite gelegt.“

Urbanisierung 2.0: Tablet fordert Laptop heraus

Dass das iPad selbst die Zukunft der Computerindustrie nachhaltig verändern wird, erscheint für Jobs nur allzu logisch: „Früher wohnten die Menschen auf dem Lande und besaßen einen Lkw, dann zogen sie immer öfter in die Städte und fuhren schnellere Autos. PCs sind wie Lkws, immer weniger Menschen brauchen sie“, beschreibt Jobs in seiner Analogie die kommende Veränderung in der Computer-Nutzung.

Keine Google-Konkurrenz: Absage an Einstieg ins Suchgeschäft

Und noch andere bemerkenswert bildreiche Botschaften hatte Steve Jobs zu verkünden: „Mein Sex-Leben ist ziemlich gut“, erklärte der 55-jährige Apple-Gründer, dem aufgrund seiner Vorschriften im App Store gern Prüderie nachgesagt wird, dem konsternierten Walt Mossberg unter dem Gejohle des Publikums. Mossberg hatte Jobs zuvor gefragt, ob er sich von Google durch den Einstieg in den Mobilfunkmarkt „betrogen“ fühle.

Zum von den Medien immer wieder viel bemühten Kriegsvergleich ließ sich Jobs nicht hinreißen. Im Gegenteil: „Nur weil sie ein Wettbewerber sind, heißt das nicht, dass wir rüde vorgehen müssen“, erteilte der Kalifornier den Gerüchten eine Absage, man werde die Google-Suche vom iPhone verbannen. Auch ein Einstieg ins Suchgeschäft sei nicht geplant.

 

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