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Abendzeitung setzt auf Service und Lokales

Neustart nach dem Umbau: Ende März strich die Münchner Abendzeitung jeden vierten Job. Zugleich kündigte Chefredakteur Arno Makowsky ein neues redaktionelles Konzept an. Seit dem heutigen Montag ist es Wirklichkeit: Der Lokalteil der Boulevardzeitung wird umfangreicher und die Themen serviceorientierter. Auch optisch wurde hier und dort "behutsam" nachgebessert. "Wir wollen mit diesem Konzept noch näher an die Lebenswirklichkeit unserer Leser herankommen“, sagt Chefredakteur Arno Makowsky.

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Mit dem Facelift habe man sich an den Wünschen der Leser orientiert. Einer Befragung nach, legte ein großer Teil von ihnen mehr Wert auf regionale Nachrichten und Ratgeber-Themen. Die Abendzeitung reagierte auf das Feedback seiner Rezipienten und erscheint ab dieser Woche in leicht abgeänderter Form.

Zum neuen Konzept gehört unter anderem auch, darzustellen, was die einzelne politische Entscheidung für den Leser bedeutet. Auch der Sportteil widmet sich fortan nicht mehr nur den populären Sport-Themen sondern beispielsweise auch Hobbysport, wie Fitness und oder Fahrradfahren. "Die Stadt", bisher eine Lokale Beilage der AZ, wird nach nur zwei Jahren direkt in das Blatt integriert. Der München-Teil soll mehr Kultur-Tipps beinhalten.

Mit dem Umbau kämpft Makowsky auch gegen die Geister der Vergangenheit. Denn sein Boulevard-Blatt genoss einst einen beachtlichen Ruf. Zahlreiche prominente Journalisten standen in ihren Diensten, u.a. Erich Böhme, Peter Glotz, Michael Jürgs, Frank Plasberg, Andreas Petzold, Arno Luik, Hans-Jürgen Jakobs und Claus Strunz. Die Abendzeitung ist publizistische Heimat der legendären TV-Kritikerin Ponkie und des Klatsch-und-Tratsch-Fossils Michael Graeter und war das Vorbild der genialen Fernseh-Serie "Kir Royal", in der Franz-Xaver Kroetz als Graeter-Inkarnation Baby Schimmerlos unter der Regie von Helmut Dietl einem TV-Klassiker schuf.

Den Tiefpunkt bei der Auflage scheinen die Münchner bereits überwunden zu haben. Aktuell kommt das Traditions-Blatt auf einen Gesamtverkauf von 143.082 Exemplaren. Im Quartal zuvor lag die Zahl noch bei 134.049 Exemplaren. Im Vergleich zum Vorjahr kommt die Abendzeitung so auf ein Plus von drei Prozent. Innerhalb der vergangen fünf Jahre beträgt das Minus acht Prozent.

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