Beste „Song Contest“-Quote seit 30 Jahren

Der Sieg der deutschen Kandidatin Lena war historisch - und die Zuschauerzahl auch. 14,69 Mio. sahen am Samstagabend den "Eurovision Song Contest" im Ersten, so viele wie seit 30 Jahren nicht. 1980 saßen beim Sieg von Johnny Logan 17,35 Mio. Deutsche vor den Fernsehern, das ist der immer noch gültige Alltime-Rekord. Seitdem gab es dann nur noch einmal mehr als 14 Mio. Seher, nämlich 14,23 Mio. im Jahr 1984. Lena hat also tatsächlich einen unglaublichen Hype ausgelöst.

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Seit 1987 gab es beim "Song Contest" nur vier Jahre mit mehr als 10 Mio. Zuschauern, den Rekord seitdem hielt das Jahr 1998, in dem 12,67 Mio. Guildo Horn zujubelten. 2007 bis 2009 lagen die Zuschauerzahlen zwischen 6,38 Mio. und 7,41 Mio. – diese Werte hat Lena nun einfach mal so verdoppelt – auf 14,69 Mio. und einen Marktanteil von 49,1%. Selbst beim bisher einzigen deutschen Sieg von Nicole im Jahr 1982 sahen weniger zu, nämlich 13,81 Mio. Natürlich war das, bevor Deutschland durch die Wende ein großes Stück bevölkerungsstärker wurde, aber dennoch: ein unglaublicher Erfolg.

Noch sensationeller sind die Zahlen im jungen Publikum. So schalteten 8,38 Mio. 14- bis 49-Jährige den "Song Contest" ein – 61,6% Marktanteil. Solche Zahlen gibt es sonst nur für deutsche Spiele bei Fußball-WMs und EMs. Und die Leute feierten im Anschluss noch eine Weile weiter. So kam die "Grand-Prix-Party" im Anschluss an die Show noch auf Werte von 6,63 Mio. (45,8%) bzw. 4,31 Mio. (52,4%) – und das weit nach Mitternacht.

Der restliche Samstag im Gesamtpublikum:

Selbst Vitali Klitschko und das Fußball-Länderspiel hatten nicht den Hauch einer Chance gegen Lenas "Song Contest"-Triumph. 6,71 Mio. (23,3%) waren ab 23.10 Uhr beim RTL-Boxkampf dabei, 7,21 Mio. zuvor ab 20 Uhr beim 3:0 gegen Ungarn im ZDF. Mit anderen Worten: Selbst zusammengerechnet kamen Fußball und Boxen nicht auf die Lena-Zuschauerzahl. Beinahe hätte sogar die "Grand Prix Party" ab 0.20 Uhr mit 6,63 Mio. Sehern noch den RTL-Boxkampf überholt. Um 20.15 Uhr erreichte RTL Nichtmal sie 2-Mio.-Marke: "Die 25 spektakulärsten Promi-Ausrutscher" blieben bei einer Zahl von 1,99 Mio. hängen.

Andere Sender hatten am Samstagabend überhaupt nichts zu melden. Abseits von ARD, ZDF und RTL gab es das größte Prime-Time-Publikum bei Sat.1: Für Komödie "Matilda" entschieden sich um 20.15 Uhr 1,85 Mio. Leute. ProSiebens "Der Glücksbringer" kam parallel dazu auf 1,34 Mio. Seher, "Die große Samstags-Dokumentation" bei Vox auf 0,76 Mio., kabel-eins-Film "Star Trek – Der Aufstand" auf 0,66 Mio. und RTL IIs "Rocky V" auf nichtmal eine halbe Million Zuschauer.
Der restliche Samstag bei den 14- bis 49-Jährigen:

Im jungen Publikum war die Dominanz des "Song Contest" noch viel größer. Mit 8,38 Mio. 14- bis 49-Jährigen besiegte die ARD-Show die Konkurrenz mit riesigem Abstand. Das Fußball-Länderspiel erreichte hier als stärkstes Nicht-Eurovisions-Programm 2,33 Mio., der Klitschko-Kampf bei RTL später 2,25 Mio. Der Marktanteil des "Song Contests" lag im Durchschnitt bei 61,6% – die ARD-Verantwortlichen dürften den Sonntag damit verbringen, vor Glück zu weinen. Den gesamten Sonntag.

Die weiteren Prime-Time-Programme folgen dann alle unter ferner liefen: "Die 25 spektakulärsten Promi-Ausrutscher" kamen bei RTL nur auf miserable Werte von 0,97 Mio. und 8,0%, ProSieben- und Sat.1-Komödien "Der Glücksbringer" und "Matilda" landeten mit 0,88 Mio. und 0,87 Mio. noch dahinter, kabel eins erreichte mit "Star Trek – Der Aufstand" 0,43 Mio., Vox mit "Die große Samstags-Dokumentation" 0,31 Mio. und RTL II mit "Rocky V" nichtmal das.

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