US-Hitliste der iPad Apps: Content is King

Es ist soweit: Seit heute ist das iPad auch in Deutschland erhältlich. Nach dem Auspacken ist vor dem ersten Download: Wie schon beim iPhone werden die unzähligen Apps ganz im Fokus des Nutzer-Interesses stehen. Tatsächlich ist US-App Store schon nach den ersten Wochen ein klarer Präferenz-Unterschied der Nutzer zu erkennen: Im Gegensatz zum iPhone, wo Spiele-Apps in überwältigender Mehrheit dominieren, sind Content-Angebote durchaus gefragt. Ganz vorne dabei: Die Wired App.

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Es ist soweit: Seit heute ist das iPad auch in Deutschland erhältlich. Nach dem Auspacken ist vor dem ersten Download: Wie schon beim iPhone werden die unzähligen Apps ganz im Fokus des Nutzer-Interesses stehen. Tatsächlich ist im US-App Store schon nach den ersten Wochen ein klarer Präferenz-Unterschied der Nutzer zu erkennen: Im Gegensatz zum iPhone, wo Spiele-Apps in überwältigender Mehrheit dominieren, sind Content-Angebote durchaus gefragt. Ganz vorne dabei: Die Wired App.

Die Sehnsucht nach Erlösung ist in der Verlagsbranche schier grenzenlos: "Jeder Verleger sollte sich einmal am Tag hinsetzen, beten und Steve Jobs dafür danken, dass er mit diesem Gerät die Verlagsindustrie rettet", erklärte Axel Springer CEO Mathias Döpfner erst vergangenen Monat voller Pathos gegenüber dem US-Starjournalisten Charlie Rose. Und legte nach: "Das iPad startet eine neue Ära."

Diese Ära beginnt in Deutschland heute mit dem offiziellen Verkaufsstart, zu dem sich die großen Verlagshäuser bereits in den vergangenen Tagen vollmundig in Position gebracht haben. "Neue visuelle Formen des Erzählens" kündigte SPIEGEL-Chefredakteur Matthias Müller von Blumencron an. Die WELT-Gruppe startet gar – mit einer mehrfach aktualisierten Tablet-Version der Welt, exklusiven Inhalten und der Lifestyle-App iConist. "Wir arbeiten mit Hochdruck an der Etablierung dieser neuen Erlösquelle", erklärt Welt Online-General Manager Romanus Otte.  

Content zweitbeliebste iPad-App-Kategorie

Kann das Vorhaben gelingen? Wenn man den Verkaufsstatistiken des amerikanischen App Stores glauben darf, erscheint die Hoffnung auf einen Umsatzschub zumindest nicht unberechtigt. Denn während reinrassige Inhalte-Apps beim iPhone noch eine untergeordnete Rolle gespielt haben, ist Content beim iPad tatsächlich schon fast King.

Zu diesem Ergebnis kommt das US-Technologieportal "Alley Insider" nach einer Untersuchung der 50 am meisten herunter geladenen Apps (je 25 kostenpflichtige und kostenlose). Machen Spiele-Apps beim iPhone/iPod touch noch überwältigende 82 Prozent der meisten Downloads aus, sind es nur 36 Prozent beim iPad.

Das reicht zwar weiter für den ersten Platz, doch der Herausforderer ist nicht weit entfernt: Content-Applikationen (dazu zähen Nachrichten- und Video-Angebote) kommen mit 28 Prozent auf Platz zwei. Software-Apps wie Apples Pages, Notes oder Numbers folgen mit 20 Prozent auf Platz drei, Allzweck-Kleinstporgramme wie Wetter-Apps bringen es auf 16 Prozent.        

iPad-Applikationen:  Hoffnungsschimmer Wired

Allerdings: Reinrassige Verlagsangebote sind unter den Top-iPad-Apps eher noch die Ausnahme – wenn auch eine exklusive. Obwohl unter den Top 100 US-Bezahldownloads nur drei iPad-App-Varianten von Printmagazinen zu finden sind (Vanity Fair, GQ), kommt die absolute Nummer eins aus der Verlagsbranche – nämlich die Technologie-Ikone "Wired", die trotz dem nicht gerade günstigen Monatpreis von 4,99 Dollar die US-Charts der Bezahlangebote anführt. Auch im seit gestern geöffneten deutschen iPad App Store ist Wired bereits unter die Top 10 geschossen.

Der Erfolg ist überraschend: Die erst vorgestern veröffentlichte  Wired iPad App, die mehr als 500 MB schwer ist, wurde vom "Alley Insider" zwar für gut befunden, jedoch als "noch viel zu teuer" eingestuft. Das von Henry Blodget gegründete Technologieportal hatte am ersten Tag noch mit 2500 bis 3000 Downloads gerechnet. Doch wie viel erzielte der Technologie-Journalismus-Pionier am ersten Tag tatsächlich?

Wired iPad-App: 24.000 Downloads an einem Tag

Unglaubliche 24.000 Downloads, wie der New Yorker Bürochef John C Abell stolz twitterte. In nackten Zahlen bedeutet das einen Umsatz von 120.000 Dollar an einem Tag, von denen nach Apples 30 Prozent-Abschlag immer noch  84.000 Dollar beim Condé Nast Verlag ankommen.

Zum Vergleich: Die durchschnittlichen Kioskverkäufe von Wired liegen bei 82.000 Heften – im Monat. Der furiose App-Start beweist: Das iPad wird zum Wirtschaftsfaktor für Verlage. Wired hat die erste Marke gesetzt.

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