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Heimniederlage für die Commerzbank

Professionell geht anders: Da wagt sich die Commerzbank auf ein fremdes Spielfeld und kassiert gleich kräftig Gegentore. Mit einer lieblos verteilten Pressemeldung zu einer überarbeiteten iPhone-App mit Fußball-Anbindung bringt die hauseigene Pressestelle des Finanzinstitut Journalisten gegen sich auf. Der Bank unterlaufen gleich fünf Anfängerfehler. Dabei wollten die Frankfurter nur für ihren mit einwenig WM-Flair aufgepeppten Geldautomaten-Finder werden.

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Professionell geht anders: Da wagt sich die Commerzbank auf ein fremdes Spielfeld und kassiert gleich kräftig Gegentore. Mit einer lieblos verteilten Pressemeldung zu einer überarbeiteten iPhone-App mit Fußball-Anbindung bringt die hauseigene Pressestelle des Finanzinstitut Journalisten gegen sich auf. Der Bank unterlaufen gleich fünf Anfängerfehler. Dabei wollten die Frankfurter nur für ihren mit einwenig WM-Flair aufgepeppten Geldautomaten-Finder werden.
Die Commerzbank-Pressestelle patzt mit einem Anfängerfehler: Sie kopiert alle Mailadressen in das An-Feld, so dass jeder Empfänger sehen kann, wer noch im Verteiler steht. Da finden sich über 250 Mailadressen sämtlicher Medien und Technik-Blogs in Deutschland. Das reicht vom Abendblatt über Stern und Welt bis zur Zeit und auch iFun.de und fscklog.de sind dabei. Wer gerade einen Medienverteiler aufbaut, freut sich über die unfreiwillige Hilfe der Bank. Alle anderen verdrehen die Augen. Um im Fussball-Bild zu bleiben: Der Gegner geht mit 0:1 in Führung.
Dabei ist anfänglich gar nicht ersichtlich, worum es in der Meldung geht. Absender ist „Pressestelle“ und Betreff „Pressemitteilung 27.05.2010“. Schon steht es 0:2. Menschen, die täglich Dutzende Pressemitteilung erhalten, im Betreff nicht das Thema zu verraten, ist mehr als nur gewagt. Hier hat die Verteidigung gepennt.
Noch vor der Halbzeit holt sich die Bank das dritte Gegentor. Es fehlt eine persönliche Ansprache. Da schaut man, von wem die Mail unterzeichnet ist. Ach so, kein Name, lediglich
“Group Communications, Presse“. Es steht 0:4. Damit geht es in die Halbzeitpause und bei den meisten Empfängern landet die Mail spätestens jetzt im virtuellen Papierkorb.
Nur hartnäckige Journalisten machen sich die Mühe, herauszufinden worum es in der Meldung geht. In der Mail erfährt der Leser lediglich: „ …aktuelle Pressemitteilung zum iPhone App der Commerzbank zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010.“ Was hat die iPhone-App einer deutschen Bank mit der Fussball-WM in Südafrika zu tun? Dazu muss man den PDF-Anhang öffnen, um die ganze Nachricht lesen zu können. Damit steht es 0:5.
Weil die Suche nach Filialen und Geldautomaten in einer App keinen Kunden mehr zum Download verleitet, motzt die Commerzbank ihre Applikation mit einem Spielplan zur WM auf. Es gibt ab dem 11. Juni einen Live-Ticker und eine Radio-Funktion. Schöne Idee, aber die Commerzbank geht im Presse-Heimspiel leider mit einer deftigen 0:5 Niederlage vom Platz.

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