Anstehen fürs iPad: Report aus der Schlange

Den Warteschlangen nach zu urteilen wird das iPad in Deutschland ein Riesenerfolg für Apple. Vor den Läden des Herstellers in München, Frankfurt und Hamburg standen die Kaufwilligen heute bereits im Morgengrauen an. Um acht Uhr war offizieller Verkaufsstart, mit jubelnden Mitarbeitern und Kunden – wie man es aus den USA kennt. Erste Erkenntnis: Die Early Adopters sind nahezu ausschließlich Männer, und trotz des Andrangs wechseln die Tablets erstaunlich lautlos den Besitzer.

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Doch die Norddeutschen im Alstertal-Einkaufszentrum im Hamburger Norden geben sich eher verhalten. Sie schauen den jubelnden und klatschenden Verkäufern (alle in blauen T-Shirts) interessiert zu, wie sie eine Welle nach der anderen machten. In dem breiten Gang des Einkaufstempels warten schätzungsweise 500 Menschen, brav in einer Reihe, die von Sicherheitspersonal beäugt wird. Die Männerquote liegt bei geschätzten 98 Prozent. Die Leute sind aus Eckernförde, Kiel und sogar Dänemark angereist. Um Punkt 8 Uhr dürfen die Ersten in den Laden. Eine Mitarbeiterin erfragt am Eingang den Modell-Wunsch, dann kommt ein weiterer Mitarbeiter, der sich mit Vornamen vorstellt und den Kunden begleitet. Dadurch bleibt es im Geschäft übersichtlich, ruhig – kein Hauen und Stechen, wie man es bei einem derartigen Andrang vermuten würde.

Nach etwas über zwei Stunden Wartezeit begleitet mich Nils in den Laden. Er hat die Ruhe weg, zeigt mir verschiedene Hüllen für das iPad, packt sie sogar aus. Im Laden ist es fast still, die rund zwanzig Verkäufer stehen mit Kunden an den Tischen. Ganz hinten auf der Genius-Bar stehen 1.000 Pakete mit iPads aufgereiht. Wie viele Geräte noch im Lager sind, kann Nils mir nicht verraten. Die Niederlassungsleitung hat die Zahl den Mitarbeitern nicht verraten. „Aber es reicht bis heute Abend“, meint Nils. Allerdings ist um 10 Uhr die Auswahl bereits eingeschränkt, das kleine Modell mit 16GB in der WiFi-Version ist in Hamburg ausverkauft.

Direkt am Tisch zieht Nils meine Kreditkarte durch sein Lesegerät, die Mail mit der Rechnung habe ich eine Minute später auf meinem iPhone. Wobei er mir noch einen Kassenbon in die Rucksacktüte steckt. Darauf sind sogar die 14,46 Euro Urheberrechtsgebühr ausgewiesen. Um diesen Betrag hatte es vor der Einführung einiges Durcheinander gegeben. Apple wollte den Betrag auf den Kaufpreis draufschlagen, hat sich dann aber anders entschieden. Meine 64GB-Version kostet nun 699 Euro.

Auf dem Weg aus dem Laden renne ich fast in ein Mikrofon. Zahlreiche Medienvertreter interviewen hier Kunden. N-tv hat sogar eine Live-Schaltung eingerichtet. Von mir will der Hamburg 1-Reporter wissen, was mich am iPad fasziniert und ob ich es mal für die Kamera auspacken kann. Macht man für die Kollegen doch gern.
 
Zurück im Büro, verbinde ich sofort iPad und Rechner, um das Gerät zu aktivieren. Das dauert via iTunes nur wenige Sekunden. Schon bin ich startklar, meine Kalendereinträge, Mails und Adressen kommen via Serverdienst MobileMe auf das iPad. Alles ist direkt verfügbar, keine lange Konfiguration, wie ich es aus meiner bisherigen PC-Erfahrung kenne. Selbst die iPad-Batterie ist schon geladen. Mein erster Kauf im amerikanischen App-Store ist das Magazin Wired. Darin zu blättern, fühlt sich toll an, genau wie in der mitgelieferten iBook-Version von Winnie the Pooh. Der iPhone-Fan ist ab heute auch ein iPad-Fan.

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