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Lenas schrille Rivalen beim Song Contest

Schrille Kandidaten, jede Menge Geigen und weißrussische Zensur: In gewohnt schillernder Kulisse traten am Dienstag 17 Kandidaten zum ersten Semi-Finale für den 55. Eurovision Song Contest in Oslo an. Nur wenige Veranstaltungen bringen so viele Länder und illustre Figuren unter ein Dach und auf die Bühne. Und wieder einmal schien das Motto zu gelten: Je aufwändiger die Bühnenshow, desto schlechter der Song. MEEDIA stellt die zehn Gewinner des ersten Halb-Finales und Konkurrenten von Lena Meyer-Landrut vor.

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Die so genannten „Big Four“ für das Finale standen bereits fest: Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien. Auch das Gastgeberland Norwegen hat seinen Platz in der Endrunde schon sicher. Sympathisch selbstironisch wies die norwegische Moderatorin nebenbei noch darauf hin, dass das Gastgeberland selber schon zehn mal den letzten Platz holte. Song-Contest-Urgestein Peter Urban kommentierte die Show sehr unterhaltsam für die deutschen Zuschauer. Offenbar selbst von der Skurrilität einiger Kandidaten überrascht, warf er zwischenzeitlich immer mal wieder ein: "Falls Sie sich wundern: Sie sind wirklich noch beim Eurovision Song Contest."
Neu in diesem Jahr: Bereits in den Semi-Finals setzt sich die Punktevergabe zur Hälfte aus Zuschauer-Anrufen und zur anderen Hälfte aus der Wertung einer Landes-Jury zusammen. Die deutsche Jury war mit Hape Kerkeling, Mary Roos, Hadnet Tesafi, Johannes Oerding und Jochen Rausch hochkarätg besetzt.
Der Eurovision Song Contest ist ein Wettbewerb der Kontraste, und das bezieht sich nicht nur auf die unterschiedlichen Kulturen. Schon im ersten Halbfinale präsentieren sich einerseits schrille Vögel, andererseits unscheinbare Durchschnittstalente. Eins eint allerdings viele von ihnen: Nachdem im vergangenen Jahr Violinist Alexander Rybak den Wettbewerb für Norwegen gewann, setzten in diesem Jahr überraschend viele Teilnehmer auf die Geige.
Und das sind die zehn Gewinner:


Bosnien Herzegowina
Vukašin Brajić hat mit "Thunder And Lightning" eine gute, aber auch nach Meinung des Kommantators Urban eine "fast zu normale Hardrock“-Perfomance auf die Bühne gelegt. Eine verhältnismäßig müde Nummer mit wenig Wiedererkennungswert.

Moldawien
Wie geradewegs aus einem 80er-Jahre Pop-Video entsprungen: Sun Stroke Project & Olia Tira spielten die "erste Geige“ von vielen und eröffneten mit ihrem Power-Song "Run Away" das Semi-Finale. Solider Pop mit guter Finalchance.

Russland
Etwas bedächtiger performte The Peter Nalitch Band mit "Lost And Forgotten". Peter Urban fand: "Ein sehr hübsches Lied." Über Musikgeschmack lässt sich bekanntermaßen gut streiten. MEEDIA meint: Langweilig.

Griechenland
Der in Griechenland sehr erfolgreiche Musiker Giorgos Alkaios vereinte in seinem Song "OPA" traditionell griechische Klänge mit elektronischen Beats. Eine große, zeitweise etwas fremdartige Bühnenshow sollte von einen mittelmäßigen Song ablenken. Keine Gefahr für Lena.

Portugal
Kleine Frau, große Stimme: Filipa Azevedo stand wie eine Märchenprinzessin mit glasklarer Stimme auf der Bühne und sicherte Portugal mit "Há dias assim" den Einzug ins Finale. Und könnte auch dort weit kommen…

Weißrussland
Na ham wa denn schon Weihnachten? Das glitzernde Quintett „3+2“ brachte mit "Butterflies" winterliche Stimmung in den Saal. Die Auswahl der weißrussischen Kandidaten unterlag übrigens der Zensur der Regierung. Dementsprechend weichgespült kamen die Künstler während ihrer nicht enden wollenden Darbietung auch daher. Zum Höhepunkt entpuppten sich die Linientreuen als schillernde Schmetterlinge. Schrullig. MEEDIA-Zensur: ausreichend minus.

Serbien
Das „androgyne Wesen“ Milan Stanković lieferte mit "Ovo je Balkan" einen durchaus Ohrwurm-verdächtigen Auftritt und zieht zurecht ins Finale am kommenden Samstag. Oje, Lena: Den Song solltest du auf der Rechnung haben.

Belgien
Tom Dice überzeugte als Solokünstler in der beim Eurovision-Song-Contest seltenen Sparte „Singer Songwriter“. "Me And My Guitar" steht in starkem Kontrast zu den üblichen Pop-Songs und Balladen und bereichert die Vielfalt des Wettbewerbs in diesem Jahr um eine interessante Facette. Geheimtipp!

Albanien
Etwas überraschend schaffte es auch Albanien eine Runde weiter. Und wieder mit einer Geige: Juliana Pasha hat sich mit ihrem stimmlich starken, aber wenig spektakulären Hit "It’s All About You" ins Finale gesungen. Dort dürfte es aber nur für einen der hinteren Plätze reichen.
 

Island
Wie bei einem Vulkanausbruch bebte die Bühne als  Hera Björk "Je ne sais quoi" sang. Sie musste bis zum Schluss um ihre Platzierung bangen. Als letzte der zehn Kandidaten konnte sie sich über den Einzug ins Finale freuen. Eine Power-Frau, die im Finale für eine Überraschung sorgen könnte.

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