Birthler-Sprecher Mayer wechselt zu DAPD

Die neue Agenturallianz ddp/DAPD stärkt sich im Kampf gegen ihren Erzrivalen dpa: Im Sommer wechselt der Sprecher der Birthler-Behörde, Steffen Mayer, in die Hauptstadtredaktion des Deutschen Auslands-Depeschendienstes (DAPD, vormals AP-Deutschland). Der 41-Jährige soll investigativ arbeiten und Schlagzeilen produzieren. Dabei wird ihm seine frühere Erfahrung helfen: Mayer arbeitete bis vor gut einem Jahr für die Politmagazine "Kontraste" und "Fakt", unter anderem zum "Sachsensumpf".

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Im April stellte ddp/DAPD-Gruppenchefredakteur Cord Dreyer seinen Kunden per Mailing konkret "den Aufbau eines neuen Dienstes mit Premium-Inhalten und Exklusivberichten abseits des gewohnten Programms einer Nachrichtenagentur" in Aussicht. Dafür hatten er und DAPD-Chefredakteur Peter M. Gehrig bereits eine gute Handvoll Mitarbeiter in einer neuen DAPD Korrespondenz und Recherche GmbH angestellt – sie soll mit dem Neustart der Agentur in der zweiten Jahreshälfte 2010 aktiv werden, wenn aus ddp und DAPD eine Agentur werden soll, die den Marktführer dpa laut den ddp/DAPD-Inhabern Peter Löw und Martin Vorderwülbecke "verzichtbar" machen soll.

Mayer passt zweifellos in dieses Konzept: Der studierte Philosoph und Historiker startete seine Laufbahn beim damaligen SFB, dem heutigen RBB. Von 1999 recherchierte er für „Kontraste“, das auch im Ersten läuft und sich mit „Monitor“ & Co. abwechselt. Er betreute zudem diverse Sondersendungen von ARD und RBB als sogenannter Chef vom Dienst.Im Jahr 2009 wechselte er zu seiner letzten journalistischen Station zum MDR-Politikmagazin "Fakt". Bei den Politmagazinen machte er etwa mit Recherchen zum "Sachsensumpf" und zur rechten Szene auf sich aufmerksam.

Recherchekompetenz dürfte er sich auch in seinem Job in der Behörden-PR angeeignet haben: Als Sprecher der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen der DDR („Birthler-Behörde“) hatte er vielfach mit den Akten des einstigen Ministeriums der Staatssicherheit zu tun, die auch heute noch immer wieder für Schlagzeilen taugen. So gelangte erst 2009 die Akte eines noch aktiven ARD-Korrespondenten in die Öffentlichkeit. Dreyer sagt zu seiner neuen Personalie: "Steffen Mayer wird vor allem unsere Recherche-Kompetenz stärken. Er ist ein investigativer Journalist, der in seiner letzten Position tiefe Kenntnisse der Arbeit von Behörden und Verwaltungen erworben hat. Ich freue mich auf viele gut recherchierte Geschichten von ihm."

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