Bertelsmann-CEO kündigt Zukäufe an

Die Krise scheint überwunden und der Schuldenstand ist verringert: Im Interview mit der Wirtschaftswoche gibt sich Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski angriffslustig. Er schimpft auf die Web-Expansion von ARD und ZDF und kündigt Zukäufe an: "Wenn in Europa ein Fernsehsender auf den Markt kommt, dann schauen wir uns das natürlich an. Wenn ein großer Buchverlag auf den Markt kommt, ebenfalls." Nachdem die Verbindlichkeiten um 4,5 Milliarden Euro verringert wurden, ist offenbar wieder genug Geld da.

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"In entsprechender Größe werden nun auch wieder Mittel freigesetzt, die wir reinvestieren", sagt der Vorstandschef im Gespräch mit der Wirtschaftswoche. Zugleich mahnte der CEO allerdings auch zur Geduld. Bertelsmann stehe nicht unter Zeitdruck: "Uns treibt kein Analyst. Wir haben geduldige Aktionäre, die an Kontinuität interessit sind."

Auch bei der Bewertung des iPads als neuen Heilsbringer für die Medien-Industrie warnte Ostrowski vor zu viel Enthusiasmus. "Das iPad ist ein sehr gut designter Laptop ohne Deckel, der per Touchscreen bedient wird. Wir aber bringen unsere Inhalte auf alle Geräte und Plattformen, die der Kunde nutzt." Das iPad ist nach Meinungen des Managers kein "alleiniger Heilsbringer". Deshalb werde sich Bertelsmann auch nicht von einem einzigen Anbieter abhängig machen.

Beim Thema Gebührenfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens scheint die Geduld des Bertelsmann-CEOs, dessen Tochter-Unternehmen RTL in direkter ARD/ZDF-Konkurrenz steht, weniger ausgeprägt zu sein. "Ich vermisse eine klare Linie der Politik – es müsste endlich eine zielgerichtete Debatte darüber geführt werden, wie viel öffentlich-rechtliches Radio und Fernsehen mit welchem Programmauftrag sich das Land leisten kann und will." Zudem stört sich Ostrowski an der "maßlosen Ausdehnung der öffentlich-rechtlichen Sender ins Internet". Diese Expansion sei rein Gebühren finanziert. "Das muss sich in engen Grenzen halten, alles weitere müssten sie Privatwirtschaftlich tun. Ich fordere Chancengleichheit."

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