taz sagt Veranstaltung wegen Drohungen ab

Die taz Hamburg hat die für Donnerstag angekündigte Veranstaltung des taz salons zum Thema Polizei und Gewalt abgesagt. Wie die Zeitung in eigener Sache meldet, hatten selbst erklärte "Autonome aus dem Schanzenviertel" gedroht, die Diskussionsrunde aufzumischen, weil der Hamburger Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Joachim Lenders, Gast des Podiums sein sollte.

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Die anonymen Absender bezeichneten Lenders in einem Internetaufruf als "Scharfmacher vom Dienst", der "Argumentationsfiguren am rechten Rand totalitärer Ordnungsvorstellungen" besetze. Der Staatsschutz kündigte daraufhin an, fünf Hundertschaften der Polizei in Bereitschaft zu versetzen.
Lenders hielt dies in der Abwägung zwischen der Teilnahme an der Veranstaltung und dem Aufwand seitens der Polizei für unverhältnismäßig. "Wir wiederum wollen das Gespräch nicht ohne ihn führen. Wir wollen uns vor allem nicht von anderen vorschreiben lassen, mit wem wir sprechen", so die taz Hamburg.
Weiter heißt es in der Meldung: "Dass wir die Veranstaltung nun absagen, hat bereits für Kritik gesorgt. Wir würden uns damit in einer Opferrolle häuslich einrichten, hieß es, wahlweise auch in der Schmollecke. Das trifft es nicht. Schmollen würde voraussetzen, dass wir ein konkretes Gegenüber hätten, mit dem wir uns in irgendeiner Form auseinander setzen könnten. Die Ankündigung der Autonomen ist zwar voll des Gefühls moralischer Überlegenheit, ein Gegenüber bietet sie nicht."
Für Samstag kündigte die Zeitung an, ein Streitgespräch zwischen Lenders und Martin Herrnkind von der Amnesty International-Fachgruppe Polizeirecherche abzudrucken, um die Diskussion fortzuführen. Herrnkind war ebenfalls als Podiumssprecher des taz salon eingeladen worden.

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