Pay-Walls: Google verhandelt mit Murdoch

Google versucht den Wandel vom Feind zum Partner der Medienhäuser. So gaben der Gründer Larry Page und CEO Eric Schmidt auf dem jährlichen "Zeitgeist Europe"-Forum ein klares Bekenntnis ab, den Verlagen helfen zu wollen, funktionierende Bezahlschranke zu errichten. Der Vorstandsvorsitzende verriet, dass er darüber auch intensive Gespräche mit Rupert Murdoch führen würde. Der News Corp.-Chef gilt als schärfster Kritiker von Google und will sein gesamtes Nachrichten-Imperium kostenpflichtig machen.

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Angesichts der weltweit verbreiteten Abneigung von Verlagen gegen Googles Tendenz, ihre Inhalte frei im Web zu verteilen, wirkt es recht keck den Medienunternehmen ausgerechnet das eigene Bezahlsystem "Checkout" anzudienen. Doch genau das tat Eric Schmidt: "Unser Abrechnungssystem ist so verbreitet, dass eine Pay-Wall ohne weiteres möglich ist, wenn das Ihr Geschäftsmodell ist." Er bekräftige auch, Google wolle "unter keinen Umständen im News-Geschäft tätig sein", sondern "nur die Tools dafür bereitstellen".
Ganz nebenbei deutete Schmidt in diesem Bereich jedoch bereits den nächsten Konfliktschauplatz an. Je mehr Verlage auf Paid Content setzten, desto härter werde der Wettkampf zwischen den einzelnen Abrechnungssystemen. Schärfster Konkurrent zu Googles "Checkout" ist auf internationaler Ebene wohl Ebays Paypal. Aber auch Facebook wird mit seinem System bald versuchen, Marktanteile zu gewinnen. In Deutschland hat sich auch schon die Telekom mit der Übernahme von Click & Buy in diesem Segment in Position gebracht.  
Google-Veteran Larry Page ermunterte die Verlage sogar, ihre Inhalte online nicht länger frei und nur werbefinanziert zu vertreiben: "Es liegt heute mehr Potenzial in Abo-Modellen als noch vor einiger Zeit."
Während seines Auftritts im britischen Watford machte Page – zumindest verbal – einen großen Schritt auf die Verlage zu, indem er zugab, dass die Zeitungs- und Zeitschriftenindustrie sich abstrampeln müsste, um ihre drei Umsatz-Säulen Werbung, Abogebühren und Kioskverkäufe ins Web zu übertragen.

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