„Wir sind die Zeitung aus Berlin für Berlin“

Einen Monat nach dem Relaunch des Hamburger Abendblatts erscheint auch Springers zweites regionales "Dickschiff" in einer überarbeiteten Version. Zwar will man bei der Berliner Morgenpost nicht von einem Relaunch sprechen, doch die Veränderungen sind tiefgehend. So fokussiert sich die Zeitung noch stärker auf die Hauptstadt. Chefredakteur Carsten Erdmann: „Mit der Ausweitung unserer lokalen Berichterstattung senden wir eine klare Botschaft: Wir sind die Zeitung aus Berlin für Berlin."

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Ein neuer, sechsspaltiger Seitenaufbau sowie eine leicht veränderte Typografie sind die optischen Merkmale der neuen Berliner Morgenpost. Diese sollen das Blatt übersichtlicher und eleganter machen und nebenbei den Lesekomfort erhöhen. "Die optischen Veränderungen im Blatt sind eher ein Nebeneffekt unserer Weiterentwicklung", stellt Chefredakteur Erdmann klar, "die wesentlichen Änderungen haben wir inhaltlich vorgenommen." 
So bietet die Zeitung künftig täglich auf einer Doppelseite "Berlin Live" – eine Art Stadtmagazin und Rund-um-die-Uhr-Navigator mit den wichtigsten Veranstaltungen und Terminen der Hauptstadt sowie Tipps und Anregungen aus den Bereichen Kultur, Gastronomie und Freizeit. "Mit ‚Berlin Live‘ bieten wir unseren Lesern ab sofort ein tägliches Navigationssystem für die Hauptstadt, mit dem sich Berlin jeden Tag neu entdecken lässt“, so Erdmann. Außerdem verstärkt die Redaktion die Berichterstattung aus den einzelnen Bezirken und bietet den Leser künftig noch mehr Orientierung und Nutzwert im direkten Umfeld.

Vorausgegangen war der strategischen Korrektur eine gründliche Evaluation der komplizierten Berliner Zeitungslandschaft. "Wir haben im Hauptstadtmarkt eine sehr aufwändige Leser-Potenzialanalyse durchgeführt. Diese hat deutlich gezeigt, dass die Berliner Morgenpost dort die größten Potenziale hat, wo sie auch jetzt schon stark ist, also in den klassischen Wohngebieten bei bürgerlichen Haushalten." Hier sieht der Verlag den Hebel, neue Leser zu gewinnen, weshalb auch der Stadtführer "Berlin Live" auf die Bedürfnisse der jungen, bürgerlichen Zielgruppe zugeschnitten ist, die zudem mit deutlich mehr Informationen aus nächster Umgebung versorgt werden soll. Erdmann: "Es wird mehr Nachrichten aus den Bezirken geben, mehr Themen, die die Menschen in Berlin bewegen. Die Botschaft an den Leser soll sein: Wir kümmern uns um deinen Kiez und wissen, was dort passiert."
Schon seit Jahren hat die Berliner Morgenpost, die dem Verlag dauerhaft stramme Renditen beschert, den Dialog mit den Hauptstadt-Lesern systematisch gesucht und ausgeweitet. Eine Präsenz bei Facebook gehört ebenso dazu wie der Twitter-Account, den die Redaktion früher als viele andere als Chance auch für Printtitel begriff und nutzte. Die vor einem Jahr besiegelte Allianz mit dem Regionalsender TV.Berlin ist ein weiteres Zeichen für das crossmediale Netz, das die Redaktion knüpft, um im digitalen Zeitalter den Anschluss nicht zu verlieren.
Aber auch publizistisch kann das Blatt Erfolge vorweisen: zwei Theodor-Wolff-Preise heimste die Redaktion in den letzten drei Jahren ein, beim aktuellen Henri-Nannen-Preis gab’s immerhin eine Nominierung, und der ADC zeichnete gerade die Berliner Morgenpost und ihre Wochenendbeilage "Berliner Illustrierte" mit zwei silbernen und zwei bronzenen Nägeln aus.
Parallel zur inhaltlichen Weiterentwicklung startet eine neue, 21-teilige Serie. "Ausflüge in und um Berlin" stellt die schönsten Ausflugziele in der Stadt sowie im Brandenburger Umland vor. Zu jedem Ausflugsziel gibt es zahlreiche Tipps. Ab Anfang Juni 2010 ist die Ausflugsserie auch als Buch-Edition erhältlich.
Bei allen Neuerungen zielt Chefredakteur Erdmann nicht auf den schnellen Effekt: "Es handelt sich um eine evolutionäre, auf Langfristigkeit angelegte Weiterentwicklung." Damit soll dem vor allem auf dem diffizilen Hauptstadt-Markt seit langem zu beobachtenden Auflagenrückgang entgegengewirkt werden. Die Einbußen aller Zeitungen sind in Berlin stärker als im Bundesdurchschnitt. Die Berliner Morgenpost kommt laut aktueller IVW-Ausweisung auf 125.170 Exemplare.

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